Komponist/in

Friedrich Meyer

* 05.03.1915 - Bremen
† 28.08.1993 München

Über Friedrich Meyer

Friedrich Meyer

Friedrich Meyer-Gergs (* 5. März 1915 in Bremen; † 28. August 1993 in München), Pseudonym Bert Oltmann, war ein deutscher Komponist, Arrangeur und Bandleader. Er war mit der Sängerin und Schauspielerin Margot Hielscher verheiratet.

Leben und Wirken

Grab auf dem Bogenhausener Friedhof Meyer, ein Autodidakt, schrieb von 1934 bis 1937 die Theatermusiken für das Schauspielhaus Bremen. Er war dann für die Deutsche Grammophon tätig, arrangierte für Hans Rehmstedt und spielte 1940/1941 Schallplatten mit Studiobands ein. Nachdem er sich im Zweiten Weltkrieg eine Kopfverletzung zugezogen hatte, arrangierte er für das Deutsche Tanz- und Unterhaltungsorchester[1] und für Charlie and His Orchestra, bevor er seit Juni 1942 musikalischer Leiter beim Soldatensender Belgrad wurde. Dort baute er 1943 ein Orchester auf, in dem neben Serben auch Roma Arbeit fanden. Meyer komponierte jazzartige Songs und improvisierte selbst zwischen den amerikanischen Jazz-Schallplatten, die der Sender spielte. Anfang 1944 musste er sich vor der Reichskulturkammer gegen den Vorwurf verteidigen, „jüdisch-amerikanische Nummern“ interpretiert zu haben; er erhielt Auftrittsverbot für alle deutschen Sender.[2]

Er entdeckte nach dem Zweiten Weltkrieg die drei Last-Brüder Robert, Werner und Hans und engagierte sie für das neu zu gründende Tanz- und Unterhaltungsorchester des Senders Radio Bremen, das Radio-Bremen-Tanzorchester, das er zunächst leitete. Er arbeitete dann als Arrangeur für das Radio-Tanzorchester des NWDR, wurde aber von Harry Hermann Spitz gekündigt, weil er sich 1947 offensiv für eine Jazzorientierung des Orchesters aussprach.[3] Er arbeitete dann freiberuflich als Arrangeur und Komponist (unter anderem für Erwin Lehn, aber vor allem für den Film).

Zu seinen Kompositionen zählen unter anderem die deutschen Beiträge 1957 und 1958 zum Eurovision Song Contest: Telefon, Telefon und Für zwei Groschen Musik, beide gesungen von Margot Hielscher. Er schrieb auch Lieder für Hanne Wieder.

1965 erhielt er den Schwabinger Kunstpreis.

Meyer wurde auf dem Friedhof Bogenhausen in München beerdigt.

Filmografie (Auswahl)

  • 1949: Hallo, Fräulein!
  • 1950: Dämonische Liebe
  • 1950: Liebe auf Eis
  • 1951: Der Teufel führt Regie
  • 1951: Frischer Wind in alten Gassen (Kurzfilm)
  • 1952: Illusion in Moll
  • 1953: Die vertagte Hochzeitsnacht
  • 1954: Die süßesten Früchte
  • 1954: Ihre große Prüfung
  • 1955: Die Barrings
  • 1956: Friederike von Barring
  • 1956: Nina
  • 1956: Der Meineidbauer
  • 1962: Muß i denn zum Städtele hinaus
  • 1964: Der Satan mit den roten Haaren
  • 1965: Die fromme Helene
  • 1965: Ich suche einen Mann
  • 1971: Die Moral der Ruth Halbfass
  • 1977: Unordnung und frühes Leid

Lexikalische Einträge

  • Jürgen Wölfer Jazz in Deutschland – Das Lexikon. Alle Musiker und Plattenfirmen von 1920 bis heute. Höfen: Hannibal Verlag 2008, ISBN 978-3-85445-274-4

Einzelnachweise

  1. Michael H. Kater: Gewagtes Spiel. Jazz im Nationalsozialismus Köln 1995, S. 243.
  2. Kater: Gewagtes Spiel. Jazz im Nationalsozialismus, S. 320f.
  3. Blech an die Wand gedrückt. Zwischen heiß und süß Der Spiegel, 17. Januar 1948

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Filmmusik von Friedrich Meyer

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Drama FSK 6
Regie: Franz Seitz
Unordnung und frühes Leid Userwertung:

Produktionsjahr: 1977
Schauspieler/innen: Martin Held, Ruth Leuwerik, Sabine von Maydell, Frederic Meisner, Christian Kohlund, Sophie Seitz, Mark Sieburg, Eva Vaitl, Hansi Kraus, Michael Schwarzmaier, Christine Buchegger, Walter Rilla, Claus-Peter Corzilius
FSK 6
Regie: Axel von Ambesser
Die fromme Helene Userwertung:

Produktionsjahr: 1965
Schauspieler/innen: Simone Rethel, Theo Lingen, Friedrich von Thun, Hans Jürgen Diedrich, Karola Ebeling, Bruno Hübner, Abraham Glanzmann, Leonardo Putzgruber, Doris Kiesow, Walter Sedlmayr, Franz Muxeneder, Gaby Dohm, Herbert Hübner, Rosl Mayr, Walter Gross, Angelika Bender, Erik von Loewis
FSK 6
Regie: Hans Deppe
Muß i denn zum Städtele hinaus Userwertung:

Produktionsjahr: 1962
Schauspieler/innen: Vico Torriani, Barbara Frey, Erik Schumann, Monika Dahlberg, Dieter Borsche, Peter Nestler, Georg Blädel, Fredy Brock, Vera Comployer, Carola Höhn, Eduard Linkers, Hans Terofal, Peter-Uwe Witt, Michl Lang
FSK 12
Regie: Franz Antel
Die süßesten Früchte Userwertung:

Produktionsjahr: 1954
Schauspieler/innen: Wolf Albach-Retty, Maria Holst, Hannelore Bollmann, Katharina Mayberg, Joe Stöckel, Rudolf Platte, Oskar Sima, Gunther Philipp, Raoul Retzer, Hans Stiebner, Annelore Wied, Ida Wüst, Paul Heidemann, Bum Krüger

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