The Equalizer 2 Filmkritik

The Equalizer 2 Kritik der neue Film von Antoine Fuqua mit Denzel Washington und Pedro Pascal

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„The Equalizer 2“: Wie der Punisher, aber mit Stil

Der erste Teil war ein beachtlicher Erfolg für Regisseur Antoine Fuqua und Hauptdarsteller Denzel Washington. Die moderne Version der Fernsehserie aus den 1980er Jahren orientierte sich dabei weniger an der Vorlage. Vielmehr machte man aus dem Equalizer eine Art Punisher, nur einen, der etwas mehr Stil hat – und der auch bei größter Action eigentlich nie ins Schwitzen gerät.

Filmfoto: The Equalizer 2Robert McCall (Denzel Washington) ist der Equalizer, ein Mann, der seine beträchtlichen Fähigkeiten, die er sich als langjähriger Agent und Killer angeeignet hat, nutzt, um jenen zu helfen, die sich selbst nicht helfen können. Doch nun geht es nicht um Fremde, es geht um eine Freundin, die letzte, die McCall geblieben ist, und die nach Brüssel gegangen ist, um in einem fragwürdigen Selbstmord zu ermitteln. In ihrem Hotelzimmer wird sie umgebracht, weswegen McCall sich daran macht, diejenigen zu finden, die daran die Schuld tragen.

Der Film ist durchaus unterhaltsam, so wie es der Vorgänger auch schon war, aber an einer Sache leidet er – und das ebenso wie schon das Original. Die Spannung ist sehr, sehr oberflächlicher Natur, da McCall eine Kampfmaschine ist, die man schon eher als Naturgewalt bezeichnen muss. Er braucht selten länger als 30 Sekunden, um seine Gegner auszuschalten. Er wird so gut wie nie in einem Kampf getroffen. Grundsätzlich hat man den Eindruck, dass McCall unbesiegbar ist. Das bringt das Problem mit sich, dass sich in der Beziehung keine echte Spannung einstellt. Man fragt sich eher, wie McCall seine Gegner ausschaltet. Die Frage, ob er das kann, kommt gar nicht in den Sinn, und das auch nicht in den für ihn schwierigsten Szenen wie etwa dem Angriff vom Rücksitz des Autos aus.

Das minimiert die Wirkung des Films, den man als Übung in Stil über Substanz ansehen kann. Er sieht toll aus, er hatte schöne Set-Pieces und er hat knallharte Action. Aber die Spannung, die einem Kampf innewohnen sollte, fehlt im Grunde vollständig.

Filmfoto: The Equalizer 2Langweilig ist der Film trotzdem nicht. Weil Denzel Washington als cooler Killer mit extremem Gerechtigkeitssinn ausgesprochen mitreißend spielt und die Action toll gemacht ist – vor allem gilt dies für das Finale in einer evakuierten Stadt, in der ein Sturm tost. Das bietet dann auch Bilder, die durchaus neu und originell sind. Beeindruckend ist zudem, mit welcher Härte man die Hauptfigur zeichnet, wie sich zeigt, als er einige der Schurken aus dem Weg räumt.

Filmfoto: The Equalizer 2Die Geschichte ist für die Hauptfigur zudem persönlicher. Das macht es interessanter, auch wenn man gerade zum Ende hin erwartet hätte, dass McCalls Gegner ihm etwas mehr entgegenzusetzen hätten. Der Anfang erscheint indes ein wenig wirr, weil versucht wird, zu viele Handlungsebenen parallel zu jonglieren. Das sogar so sehr, dass man letztlich gar keine Erklärung mehr dafür bietet, wieso der alles in Bewegung setzende Mord eigentlich geschehen ist. Dafür eifert man in den Szenen, in denen McCall Menschen hilft, der Fernsehserie nach, da man hier eben in Kurzform zeigt, wie er auf die unterschiedlichsten Fälle reagiert. Alles in allem könnte THE EQUALIZER 2 sicherlich besser sein, in Sachen Action überzeugt der Streifen aber auf jeden Fall.

Kritik: Peter Osteried

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