Stronger Filmkritik

Stronger Kritik der neue Film von David Gordon Green mit Jake Gyllenhaal und Tatiana Maslany

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„Stronger“: Eine wahre Geschichte, aber doch sehr bemüht

STRONGER ist im Grunde so etwas wie der Begleitfilm zu BOSTON. Beide erzählen eine wahre Geschichte und beide befassen sich mit dem Terroranschlag beim Bostoner Marathon. Wo BOSTON jedoch die Ermittlung in den Vordergrund rückte, ist STRONGER die inspirierende Geschichte eines Mannes, der sein Leben nicht aufgegeben hat.

Filmfoto: Stronger©StudioCanal Deutschland Jeff Bauman (Jake Gyllenhaal) läuft beim Boston-Marathon nicht mit, sondern steht an der Ziellinie, um seiner Ex-Freundin Erin (Tatiana Maslany) zuzujubeln, als ein Sprengsatz detoniert. Jeff werden dabei beide Beine abgerissen, aber er überlebt. Als er im Krankenhaus wieder zu Bewusstsein kommt, kann er einen der Täter identifizieren. Sein persönlicher Kampf fängt jedoch gerade erst an, da er nicht nur eine langwierige Reha machen, sondern sich auch an ein Leben im Rollstuhl und Beinprothesen gewöhnen muss.

STRONGER kann und muss man auf zweierlei Art sehen. Einerseits ist es eine reale Geschichte, die davon erzählt, wie jemand, der einen brutalen Schicksalsschlag erlitten hat, sich ins Leben zurückkämpft, andererseits ist dies aber auch ein Film, der sehr stark auf einer patriotischen Flutwelle daherkommt und den persönlichen Triumph dieses Mannes zu einer Art Sieg über den Terrorismus erklärt. Das ist reichlich dick aufgetragen und funktioniert nur, wenn man diesen Aspekt des Films ignoriert. Aber leicht ist das nicht, denn tatsächlich hat man bei STRONGER immer wieder das Gefühl, dass diese Geschichte als eine Art Kriegspropaganda benutzt wird – und dass die Produzenten aus der Tragödie, die rund um den Bostoner Marathon stattfand, Kapital schlagen wollen.

Filmfoto: Stronger©StudioCanal Deutschland Das sind nicht gerade ideale Voraussetzungen, damit der Film außerhalb der USA funktioniert – und selbst dort war er kein Erfolg. Das einzige, was wirklich für dieses Werk spricht, ist der starke Hauptdarsteller. Bei Jake Gyllenhaal, der einige der besten Darstellungen der letzten Jahre abgeliefert hat, darf man aber auch erwarten, dass er nicht nur solide, sondern mit höchstem Niveau agiert. Auch das übrige Ensemble kann sich sehen lassen, sie alle täuschen aber nicht darüber hinweg, dass dieser Film sehr streng nach Schema F gestaltet ist.

Filmfoto: Stronger©StudioCanal Deutschland Denn auch die eigentliche Geschichte um einen Mann, der seine Behinderung zu überwinden versucht, ist schon beeindruckender auf die Leinwand gebracht worden. Was bleibt, ist ein Film, der mit seiner Agenda aneckt, wodurch die eigentliche Handlung auch in Mitleidenschaft gezogen wird. Entsprechend ist STRONGER nichts, was man im Kino sehen müsste. Wenn überhaupt, dann ist dies ein Film, der ins Heimkino gehört.

Kritik: Peter Osteried

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