Star Trek Beyond Filmkritik

Star Trek Beyond Kritik der neue Film von Justin Lin mit Idris Elba und Chris Pine

Filmkritik von

Eine Geburtstags-Enttäuschung

Zum 50-jährigen Jubiläum musste Star Trek Beyond fertig sein. Damit einher ging ein Zeitdruck, der noch dadurch verstärkt wurde, dass der ursprüngliche Regisseur Roberto Orci entfernt wurde, dass Simon Pegg massiv am Drehbuch mitschreiben und dass Fast & Furious-Regisseur Justin Lin übernehmen musste. All das hat dem Film nicht gutgetan.

Filmfoto: Star Trek Beyond©Paramount Pictures GermanyDie Enterprise sucht die Weltraumbasis Yorktown auf, damit die Crew dringend benötigten Landurlaub antreten kann. Als ein Notruf aus einem unerforschten Weltraumnebel kommt, bricht Kirk mit seiner Crew jedoch sofort auf, um Hilfe zu leisten. Doch das Schiff gerät in eine Falle. Bei der Evakuierung des Schiffs werden die meisten Crew-Mitglieder von dem außerirdischen Krall (Idris Elba) und seinen Männern gefangen genommen. Kirk und einige andere sind frei und müssen nun nicht nur ihre Kameraden befreien, sondern auch verhindern, dass Krall seinen mysteriösen Plan in die Tat umsetzt.

Simon Pegg wollte, dass Star Trek Beyond sich wie eine Episode der klassischen Serie anfühlt. Das ist ihm im Grunde auch gelungen. Das Problem ist jedoch: Der Film erinnert nicht an die besseren Folgen der Serie. Im Gegenteil, schon damals gab es einen häufig benutzten Plot, der auch hier zum Einsatz kommt, indem die Starfleet-Vergangenheit mit der aktuellen Crew der Enterprise aufholt. Das ist nicht besonders überraschend, und funktioniert auch hier nicht, weil man den Braten schnell riecht. Das weit größere Problem ist jedoch, dass die Geschichte wirr erzählt ist. Sie ist nicht einmal der eigenen Logik verpflichtet, stattdessen setzt das Skript wieder und wieder auf den Zufall, um die hanebüchene Geschichte weitervoranzutreiben. Der große Moment, wenn die Helden dann die Station vor der angreifenden Flotte retten, ist an Albernheit kaum zu übertreffen.

Dazu kommt, dass die Action ausgesprochen unansehnlich ist. Schnelle Schnitte und eine wild wackelnde Kamera sorgen dafür, dass man dem Geschehen kaum folgen kann. Das wird noch dadurch verschlimmert, dass Star Trek Beyond sehr dunkel ist. Manchmal säuft das Geschehen einfach in Finsternis ab.

Filmfoto: Star Trek Beyond©Paramount Pictures GermanyDie besten Szenen hat Karl Urban als Dr. Leonard „Pille“ McCoy abbekommen. Gerade im Zusammenspiel mit Zachary Quinto als Spock hat er die Lacher, aber auch die Sympathien auf seiner Seite. Darüber hinaus gibt es ein paar schöne Charaktermomente, bevor die eigentliche Geschichte startet, aber sobald die Enterprise im Nebel ankommt, verflüchtigt sich auch der Unterhaltungswert.

Filmfoto: Star Trek Beyond©Paramount Pictures GermanyMan merkt dem Werk die chaotische Produktion an. Der Sargnagel war sicherlich jedoch, Lin für den Regieposten zu holen. Der behandelt das neueste Abenteuer von Kirk und Co., als hätte er Dom Toretto und seine Crew vor sich. Geradezu peinlich ist die Sequenz, in der Kirk mit einem Motorrad für Verwirrung sorgt. Hier wird auf Action um der Action Willen gesetzt, aber das ist Star Trek nicht, auch wenn sich mit dem Beginn der Abrams-Ära vor sieben Jahren einiges geändert hat. Und dennoch konnte Abrams bei den beiden Vorgängern nicht nur mit einer besseren Geschichte arbeiten, sondern den Figuren auch eine Menschlichkeit verleihen, die hier allenfalls im ersten Akt zur Geltung kommt.

Star Trek Beyond ist nicht der Film, den das Franchise oder die Fans verdient haben, um damit das 50-jährige Bestehen von Gene Roddenberrys Schöpfung zu feiern.

Kritik: Peter Osteried

Ihr Kommentar: Star Trek Beyond

Hinweis: Verwenden Sie selbst geschrieben Texte und kopieren Sie keinen Text von fremden Quellen. Mit dem Absenden Ihres Kommentars versichern Sie uns, dass der von Ihnen übermittelte Text nicht von anderen Webseiten oder Büchern kopiert ist und keine fremden Rechte verletzt. Bitte geben Sie Ihren Namen und Ihre E-Mailadresse (wird nicht veröffentlicht) an. Beziehen Sie sich bei Ihrem Kommentar auf die gezeigten Inhalte. Wir behalten uns vor, Kommentare nicht freizuschalten bzw. zu löschen wenn diese gegen geltendes Recht verstossen, beleidigend, Persönlich verletzend oder unsachlich sind. Kritiken.de haftet nicht für den Inhalt von Nutzerbeiträgen und verweist auf die Eigenverantwortung der Nutzer für ihre Beiträge.

Bitte aktivieren Sie Javascript um die Kommentarfunktion nutzen zu können

Einloggen
Herzlich willkommen! Um die Community nutzern zu können, melden sie sich bitte hier mit ihren Zugangsdaten an:

Facebook Login
Noch einfacher, loggen sie sich einfach mit ihrem Facebook Account ein:


Mit einem Klick auf diese Schaltfläche "Mit Facebook einloggen" akzeptieren sie die Nutzungsbedingungen und die Diskussionsrichtlinien der Ideenkraftwerk GmbH. Sie garantieren das sie diese gelesen und gespeichert oder ausgedruckt haben.


Passwort vergessen
Wenn Sie ihr Passwort vergessen haben können sie hier ein neues anfordern, geben sie dazu ihre E-Mail adresse hier ein:

Neu registrieren
Sie haben noch keinen Account bei Kritiken.de? Dann registrieren sie sich jetzt kostenlos, um die Community zu nutzen!