Roman J. Israel, Esq. – Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit Filmkritik

Roman J. Israel, Esq. – Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit Kritik der neue Film von Dan Gilroy mit Denzel Washington und Colin Farrell

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„Roman J. Israel, Esq“: Großes Schauspielkino mit Denzel

„Esquire“, das ist ein Titel, der nicht nur hierzulande eher unbekannt ist. Das altmodische englische Wort ist auch im amerikanischen Sprachgebrauch nicht mehr geläufig, weswegen der Anwalt Roman J. Israel, der den Titel immer anführt, auch mal erklärt, was es ist: „Ein bisschen über Gentleman und ein bisschen unter Ritter“. In dieser Geschichte ist Roman J. Israel aber so etwas wie der weiße Ritter, der einen fast schon einsamen Kampf gegen das System führt.

Filmfoto: Roman J. Israel, Esq. – Die Wahrheit und nichts als die WahrheitRoman J. Israel (Denzel Washington) ist ein Anwalt aus Leidenschaft, jemand, der sein ganzes Leben lang der Aufgabe verschrieben hat, dem Recht zur Geltung zu verhelfen. Er ist ein Aktivist und ein Teil einer Zwei-Mann-Firma, die sich für den guten Zweck einsetzt. Aber als sein Partner ausfällt, muss er feststellen, dass nicht alles so lief, wie er es sich vorgestellt hatte. Da die Firma praktisch pleite ist, muss er für die Firma des Anwalts George Pierce (Colin Farrell) arbeiten, doch hier wird sein moralischer und ethischer Kompass mehr denn je auf die Probe gestellt, als er einen Afroamerikaner verteidigt, der wegen Mordes angeklagt wird.

Filmfoto: Roman J. Israel, Esq. – Die Wahrheit und nichts als die WahrheitROMAN J. ISRAEL, ESQ ist die Art Film, die man heutzutage kaum noch zu sehen bekommt. Dies ist reifes, erwachsenes Kino, das aus der Zeit gefallen zu sein scheint. Im Grunde erinnert dieses Werk an die politisch aufgeladenen Filme der 1970er Jahre. Entsprechend wirkt er im Umfeld eines typischen Kino-Programms des Jahres 2018 auch ausgesprochen anachronistisch. Weil er ruhig erzählt ist, weil er sich Zeit lässt, weil er auf die Figuren eingeht und weil er vor allem auch ein Diskurs über das System, aber auch über die Moralität jener ist, die darin leben und funktionieren.

Filmfoto: Roman J. Israel, Esq. – Die Wahrheit und nichts als die WahrheitRoman J. Israel ist dabei so etwas wie der Held, aber einer der stolpert. Das macht ihn menschlich, denn es gibt Momente, an denen er an der eigenen Moral zu scheitern oder sie beiseitezulegen droht. Das ist das Spannende an diesem Film, der vor allem von Denzel Washingtons Darstellung lebt, denn bei der eigentlichen Geschichte bleibt der Film erstaunlich schwammig. Das, aber auch der Umstand, dass die Erzählung teilweise im Nichts zu entschwinden scheint, sorgt dafür, dass ROMAN J. ISRAEL, ESQ nicht das ist, was er hätte sein können. Er hat eine interessante Geschichte, aber die Umsetzung ist nicht immer auf den Punkt. Hier wäre mehr drin gewesen, aber der Versuch ist ehrenwert. Und Washington und Farrell liefern herausragende Leistungen ab.

Kritik: Peter Osteried

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