Ready Player One Filmkritik

Ready Player One Kritik der neue Film von Steven Spielberg mit Tye Sheridan und Olivia Cooke

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Die Seele des Spiels ist sein Erfinder

Im Jahr 2045 leben in Columbus, Ohio viele Menschen in Slums, in denen sich Trailerwohnungen übereinanderstapeln. Aber die reale Welt mit ihrer Armut und Trostlosigkeit ist nicht der wichtigste Aufenthaltsort des 18-jährigen Wade Watts (Tye Sheridan). In seinem Versteck in einem Autowrack loggt er sich in das virtuelle Universum von OASIS ein. Sein Avatar Parzival kann in diesem digitalen Raum beispielsweise in einen DeLorean steigen, das berühmte Auto aus den Filmen „Zurück in die Zukunft“, und gegen Teilnehmer aus der ganzen Welt zu einem Rennen durch New York antreten. Das Ziel dieser Jagd ist es, an King Kong vorbeizukommen, der von seinem Turm herabsteigt, um die Fahrer von der Straße zu pflücken. Aber es ist noch nie gelungen, den Gorilla auszutricksen.

Filmfoto: Ready Player One© Warner Bros. EntertainmentRegisseur Steven Spielberg blättert mit diesem Sci-Fi-Abenteuer eine so faszinierende wie komplizierte Welt auf, in der die Menschen in Gestalt ihrer Avatare mehr Lebensqualität erfahren als in der Realität. Sie basiert auf dem Bestseller „Ready Player One“ von Ernest Cline, der mit Zak Penn auch das Filmdrehbuch schrieb.

Steven Spielberg wird im Roman öfter erwähnt und so erscheint es nur naheliegend, dass sich die Regielegende selbst nun dieser janusköpfigen Geschichte angenommen hat. Einerseits blickt sie in eine Zukunft, die von unserer gar nicht mehr so entfernt scheint: Mit ihren Videobrillen und haptischen Anzügen tummeln sich die Menschen ganz sinnlich in geistigen Welten, die nahezu unbegrenzte Möglichkeiten eröffnen. Andererseits blickt die Geschichte zurück in die 1980er Jahre, deren Popkultur den Mann prägten, der im 21. Jahrhundert OASIS schuf und zum Milliardär wurde: James Halliday (Mark Rylance).

Filmfoto: Ready Player One© Warner Bros. EntertainmentDer schüchterne Nerd ist nun seit Jahren tot, aber er lobte einen Wettbewerb aus: Wer das sogenannte „Easter Egg“ findet, das er in OASIS versteckt hat, bekommt die Kontrolle über OASIS und Hallidays gesamtes Vermögen. Drei Aufgaben sind anhand von rätselhaften Hinweisen zu lösen, aber das kann nur jemand schaffen, der sich bestens mit Hallidays Leben und Wirken und allem, was ihm jemals wichtig war, vertraut gemacht hat.

Parzival und seine vier Avatar-Freunde sind im Wettbewerb bald führend und betreten das Overlook Hotel aus dem Horrorfilm „Shining“ von 1980. Diese Sequenz gehört zu den stärksten des Films, der gespickt ist mit Anspielungen auf Werke jener Ära. Die jungen Freunde haben einen mächtigen Gegner in Nolan Sorrento (Ben Mendelsohn), der mit seinem Unternehmen IOI in den Besitz der OASIS gelangen möchte und sie bald auch in der realen Welt jagt.

Filmfoto: Ready Player One© Warner Bros. EntertainmentDie Augen gehen einem über in diesem Abenteuer, das immer wieder zwischen realer und virtueller Ebene wechselt. An der Seite der Avatare taucht man tief in die vielfältigen Landschaften von OASIS ein, sieht Parzival und seine Freundin Art3mis in der Luft schwebend tanzen und ein Heer von künstlichen Figuren in den Krieg gegen die Bösen ziehen.

Allerdings kreist der actionreiche Film inhaltlich so schlicht um zwei zentrale Aussagen, dass er die Chance auf eine Medaille für spritzig-geistreiche Unterhaltung dann doch verspielt. Die Freiheit des virtuellen Raums darf nicht kommerziellen Interessen geopfert werden, lautet die eine. Die größten Herausforderungen bietet immer noch das echte Leben, lautet die andere. Aus Zuschauersicht aber macht es nicht mehr den riesigen Unterschied, ob sich Wade und Samantha (Olivia Cooke) persönlich küssen oder im haptischen Anzug die Berührungen ihrer Avatare spüren.

Kritik: Bianka Piringer

Ihr Kommentar: Ready Player One

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