Operation: 12 Strong Filmkritik

Operation: 12 Strong Kritik der neue Film von Nicolai Fuglsig mit Chris Hemsworth und Michael Shannon

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„Operation: 12 Strong“: Das Herz eines Kriegers

Ganz oberflächlich als Kriegsfilm betrachtet ist OPERATION: 12 STRONG – bei der deutschen Titelgebung hat man offenbar nicht verstanden, was das Original aussagen soll – ein durchaus guter Film, nur inwieweit er der Wahrheit entspricht, ist zumindest diskutabel. Denn er bedient sich auch einer sehr klaren Schwarzweißzeichnung, was angesichts des Feindes, das das Volk unterdrückende Taliban-Regime, irgendwo verständlich ist, aber man hätte ihn auch gesichtslos zeichnen können. Stattdessen gibt es einen Mullah, den man getrost als Klischeeschurken ansehen kann – nicht unähnlich dem, was Clint Eastwood in AMERICAN SNIPER gemacht hat.

Filmfoto: Operation: 12 Strong©Concorde Filmverleih GmbHNach dem 11.9. will Captain Mitch Nelson (Chris Hemsworth) mit seinem Team an vorderster Front stehen. Die Elite-Soldaten werden nach Afghanistan geschickt, wo das zwölf Kopf starke Team mit einem General der Nordallianz zusammenarbeiten soll. Das Ziel ist die Befreiung von Masar-i-Sharif – und das innerhalb von drei Wochen, da der afghanische Winter dem Vorstoß sonst ein Ende bereiten könnte. Nelson treibt die Mission voran, verliert aber auch nie das Ziel aus dem Auge, dass er all seine Männer nach Hause zurückbringen will. Doch im Krieg kann viel passieren …

Regisseur Nicolai Fuglsig, der zuvor einen kleinen Film inszeniert hat, bei dem lediglich eine Million Dollar zur Verfügung stand, erweist sich als dennoch routinierter und versierter Filmemacher, der die zahlreichen Kampfsequenzen des Films immer im Griff hat und auch so exakt gestaltet, dass man als Zuschauer immer weiß, wo genau man sich befindet – was leicht nach hinten hätte losgehen können, da das Team der US-Soldaten sich auch trennt. Tatsächlich punktet OPERATION: 12 STRONG am meisten durch die Actioneinlagen, von denen es einige gibt. Die sind auch insofern ungewöhnlich, weil man in modernen Kriegen Soldaten praktisch nie auf Pferden agieren sieht.

Filmfoto: Operation: 12 Strong©Concorde Filmverleih GmbHHier schon – und das noch in einem Setting, in dem die US-Soldaten numerisch, aber auch in Sachen Ausrüstung hoffnungslos unterlegen sind. Dass der Film sein gutes Ende nimmt, ist nicht überraschend, er telegraphiert das von Anfang an und basiert soweit auf einer wahren Geschichte, dass man das kennen kann. Dass der Film sich darüber hinaus Freiheiten nimmt, ist verständlich, er unterminiert aber die Wirkung, indem der Schurke als über den Maßen böse gestaltet ist. Hier wäre weniger wirklich mehr gewesen.

Filmfoto: Operation: 12 Strong©Concorde Filmverleih GmbHWirklich neu ist an OPERATION: 12 STRONG nichts. Man hat diese Art Film gerade in den letzten Jahren schon häufiger gesehen. Da hilft es wenig, dass die Geschichte sehr konventionell erzählt wird. Immerhin wirken die Dialoge aber authentisch und die Figuren sind – obwohl hier kaum eine Form von Charakterisierung stattfindet – einigermaßen sympathisch. Am Besten funktioniert hier noch das Zusammenspiel von Nelson mit dem Warlord Dostum. Das äußert sich in markigen und martialischen Momenten, wenn über das Herz eines Kriegers referiert wird, aber auch in einem guten Schlussmoment, in dem Dostum klarmacht, dass es sich in Afghanistan nicht nur sehr leicht sterben lässt, sondern dass die Freunde von heute auch nur die Feinde von morgen sind.

Kritik: Peter Osteried

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