Ocean's Eight Filmkritik

Ocean's Eight Kritik der neue Film von Gary Ross mit Sandra Bullock und Cate Blanchett

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Der Coup der coolen Schwester

Debbie Ocean (Sandra Bullock) und die Frauen, mit denen sie einen spektakulären Diebstahl begehen will, könnten ihr Leben auch auf ruhigere Art meistern. Was um alles in der Welt verleitet so intelligente, fähige Personen dazu, auf der New Yorker Met Gala ein historisches Diamantcollier im Wert von 150 Millionen Dollar stehlen zu wollen? Debbie schwört ihr Team darauf ein, es für dieses kleine Mädchen irgendwo da draußen zu tun, das davon träumt, eine Verbrecherin zu werden. Die pure Herausforderung reizte bereits Debbies Bruder Danny, als er in Ocean‘s Eleven“ den größten Casinoraub von Las Vegas einfädelte. Aus Steven Soderberghs Heist-Movie wurde eine sehr erfolgreiche Trilogie mit George Clooney, die nun, elf Jahre nach ihrem Ende, ein Spin-Off oder Reboot mit weiblicher Besetzung erhält.

Filmfoto: Ocean's EightRegisseur Gary Ross („Seabiscuit“), der mit Olivia Mills auch das Drehbuch schrieb, legt es geschickt darauf an, Debbie in die Fußstapfen ihres Bruders treten zu lassen. Es macht den Reiz dieser eleganten Gaunerkomödie aus, dass die beschwingte Hochstimmung der „Ocean‘s“-Trilogie den Maßstab bildet und die weiblichen Charaktere beweisen müssen, dass sie ihren männlichen Pendants in Mut, Geschick und Gewitztheit nicht nachstehen.

Debbie saß über fünf Jahre im Knast und hatte Zeit, diesen gigantischen Coup auszutüfteln. Am Rande der diesjährigen Gala des New Yorker Metropolitan Museum of Art werden Kronjuwelen europäischer Königshäuser ausgestellt. So würde es gut passen, wenn der weibliche Stargast des Abends ebenfalls ein altes Diamantcollier trüge – das berühmte Toussaint aus dem Hause Cartier. Normalerweise ist es im Tresor verwahrt, doch auf der Gala soll es Debbies Plan zufolge vom Hals des Starlets Daphne Kluger (Anne Hathaway) verschwinden und gegen ein Imitat ausgetauscht werden. Da gibt es natürlich einige Hürden zu nehmen, zum Beispiel die Firma Cartier dazu zu bewegen, das Collier überhaupt herauszurücken. Und dann die wachsame Security zu überlisten.

Filmfoto: Ocean's EightSo rekrutiert Debbie also ihre Spezialistinnencrew, deren von Cate Blanchett, Rihanna, Helena Bonham Carter und anderen gespielten Charaktere mit ihrer bunten Mischung für komödiantische Kurzweil sorgen. Sandra Bullock spricht der Schalk förmlich aus den Augen, während ihr Gesicht einer zeitlos schönen Skulptur gleicht und dadurch eine gewisse Unnahbarkeit ausdrückt. Schon wie Debbie gleich nach ihrer Haftentlassung luxuriös shoppen geht, ohne Geld auszugeben, beweist ihr Gaunertalent sehr vergnüglich. Überall gibt es Anspielungen und Parallelen zu „Ocean‘s Eleven“, unter anderem hat auch Debbie wie einst ihr Bruder nicht nur das große Geld im Sinn, sondern auch eine persönliche Rechnung in Sachen Liebe offen. Später enthüllen Rückblenden die gesamte Tragweite des Masterplans. Der Triumphzug wird von launig-jazziger Musik begleitet, zu der sich auch Evergreens gesellen, etwa von Charles Aznavour oder Nancy Sinatra.

Filmfoto: Ocean's EightDer Glamour am Originalschauplatz, die festliche Garderobe der Gala-Gäste und diese selbst – auch Heidi Klum hat einen Cameo-Auftritt – sorgen für eine exklusive Atmosphäre, die den leicht berauschten Ton der Geschichte verstärkt. Es ist also praktisch unmöglich, sich bei diesem Film nicht zu amüsieren, wenngleich er das Rad nicht neu erfindet. Wie bei vielen hochtourigen Heist-Movies ist der Plot auf den schönen Schein des Spektakulären ausgerichtet, nicht auf solide Logik bis ins Detail. Fans der „Ocean‘s“-Trilogie, aber auch der hier auftretenden Schauspielerinnen dürften sich daran kaum stören.

Kritik: Bianka Piringer

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