Nach einer wahren Geschichte Filmkritik

Nach einer wahren Geschichte Kritik der neue Film von Roman Polanski mit Emmanuelle Seigner und Vincent Perez

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„Nach einer wahren Geschichte“: Wenn Fiktion und Realität sich überschneiden …

Roman Polanskis neuester Film wandelt auf den Spuren zahlreicher ähnlich gestrickter Thriller, in denen es um Identität, aber auch das Abhandenkommen derselben bzw. ihre Übernahme durch eine andere Person geht. Das hat man in der Filmgeschichte schon häufig gesehen, neue Impulse kann da auch ein Altmeister wie Polanski nicht setzen.

Filmfoto: Nach einer wahren GeschichteSeitdem ihr Roman über ihre Mutter zum Bestseller wurde, leidet die Autorin Delphine (Emmanuelle Seigner) an einer Schreibblockade. Erst als sie Elle (Eva Green) kennenlernt, ändert sich das. Zwischen beiden Frauen entsteht ein so enges Band, dass Delphine schon bald die Hilfe ihrer Freundin annimmt, wenn es um das Beantworten von Mails und dergleichen geht. Elle zieht sogar bei Delphine ein und übernimmt immer mehr die Kontrolle, bis Delphine sich fragen muss, ob die Freundin nicht insgeheim daran arbeitet, ihr Leben zu übernehmen.

Filmfoto: Nach einer wahren GeschichteSicherlich ist NACH EINER WAHREN GESCHICHTE ganz hübsch, wenn man den Zitatenschatz, den Polanski hier auffährt, auch als solchen erkennt und in Kontext setzen kann. Der Film hat dann eine Metaebene, die die Geschichte eigentlich nicht hergibt. Wohl aber der Roman, auf dem er basiert, denn die Autorin hat selbst zuvor einen autobiographischen Roman verfasst – so wie ihre Figur, so dass die Grenzen zwischen Fiktion und Realität immer mehr aufweichen. Vielleicht faszinierte Polanski das an diesem Stoff. In der Umsetzung ist davon allerdings nicht viel zu spüren, denn auch wenn man den Film auf die kontextuelle Einbindung in die Filmhistorie abklopfen kann, bleibt unter dem Strich – und ganz oberflächlich betrachtet – eben doch nur ein Thriller, der wie vom Reißbrett gekommen zu sein scheint.

Filmfoto: Nach einer wahren GeschichteWirklich neu ist an der Geschichte, aber auch an der Umsetzung nicht. Zudem leidet das Werk darunter, dass die Figuren nur halbgar ausgearbeitet sind und die Spannungskurve sich nur sehr, sehr langsam steigert. Hinzu kommt, dass der Film sich immer wieder in Szenen verfängt, die die Unglaubwürdigkeit der Geschichte noch unterstreichen. All das trägt nicht dazu bei, den Zuschauer in den Film zu involvieren. Man betrachtet ihn von außen, durchaus wohlwollend, aber eben nie wirklich involviert. Letzten Endes ist NACH EINER WAHREN GESCHICHTE kaum mehr als eine Fingerübung und ein Film, der daran erinnert, dass Polanski – auch in den letzten Jahren – schon deutlich interessantere Werke vorgelegt hat.

Kritik: Peter Osteried

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