Gringo Filmkritik

Gringo Kritik der neue Film von Nash Edgerton mit Joel Edgerton und Charlize Theron

Filmkritik von

„Gringo“: Lug und Trug in Mexiko

Edel besetzt ist Nash Edgertons Film auf jeden Fall, und das nicht nur, weil sein Bruder Joel eine der Hauptrollen übernommen hat. Mit David Oyelowo, Charlize Theron, Amanda Seyfried und Sharlto Copley hat er ein illustres Ensemble für seinen etwas fahrigen, zwar flotten, aber auch sehr holprigen Film zusammengestellt.

Filmfoto: Gringo©Tobis Film GmbH & Co. KGHarold (David Oyelowo) ruft bei seinen Bossen Richard (Joel Edgerton) und Elise (Charlize Theron) an. Er ist in Mexiko entführt worden. Die Entführer fordern fünf Millionen Dollar oder sie werden ihn töten. Das stürzt Richard und Elise in beträchtliche Probleme, denn die Versicherung für Lösegeldzahlungen wurde unlängst gekündigt und die fadenscheinigen Geschäfte in Mexiko müssen aufgehübscht werden, damit eine Firmenfusion nicht gefährdet wird. Das weiß auch Harold, der seine Entführung selbst inszeniert hat, da ihm klar war, dass man ihn bald rauswerfen würde. Entsprechend möchte er abkassieren, aber er hat keine Ahnung, dass tatsächlich die Häscher eines Drogenbarons hinter ihm her sind – und dass Richard einen beinharten Söldner schickt, um ihn rauszuhauen.

GRINGO ist eine schwarze Komödie, deren Tonalität aber nicht immer stimmt. Mal betont witzig, dann wieder bissig, nur um plötzlich recht ernsthaft zu werden – das mag in der Theorie gut geklungen oder sich im Drehbuch so gelesen haben, aber in der Umsetzung sorgt das für eine sehr unebene Erzählweise. Letzen Endes jongliert der Film mit zu vielen Figuren, von denen einige keine Relevanz haben oder kaum ausgearbeitet sind. Das gilt für Harolds Frau, die von Thandie Newton gespielt wird, welche sich im Grunde verschwendet. Das gilt aber auch für andere Figuren, die scheinbar nur in die Handlung eingeführt wurden, um sie komplexer werden zu lassen. Dazu kommt dann noch, dass nicht jeder ist, was er vorzugeben scheint, und die meisten Figuren auch lügen, wenn sie den Mund aufmachen. Das alles ist durchaus unterhaltsam, es täuscht aber nicht darüber hinweg, dass GRINGO es niemals schafft, all diese Elemente zu einem homogenen Ganzen zu verarbeiten.

Filmfoto: Gringo©Tobis Film GmbH & Co. KGStattdessen ist die Erzählweise vignettenhaft, wobei einige Szenen auch schlicht und ergreifend ins Nirgendwo führen, so etwa Charlize Therons Szenen mit Alan Ruck, der den Verführungskünsten der blonden Schönheit erliegt. Eine schöne Szene für Theron, für die Handlung aber unbedeutend. Genau das kommt bei GRINGO aber häufiger vor. Man hätte straffen können, nein, es sogar müssen, oder aber entsprechende Szenen mit Relevanz aufladen.

Filmfoto: Gringo©Tobis Film GmbH & Co. KGSo bleibt vieles einfach in der Luft hängen, was gerade bei Therons Figur schade ist, da sie deutlich differenzierter gestaltet ist als etwa die von Joel Edgerton. Der wiederum hat eine der undankbarsten Rollen erhalten, da er in seiner Karikatur eines Vorzeige-Karrieristen keinerlei Möglichkeit hat, Feinheiten einzubauen. Selbst sein natürliches Charisma reicht nicht, um die Figur interessant zu machen. Anders als bei Sharlto Copley, der als Söldner mit Identitätsproblemen sehr wohl überzeugen kann, und das, obwohl seine Rolle auch nur wenig schauspielerische Herausforderung liefert.

Unterm Strich bleibt GRINGO weit unter seinen Möglichkeiten, man muss dem Film aber zumindest zugutehalten, dass er trotz der diffusen Erzählweise über die volle Distanz unterhalten kann.

Kritik: Peter Osteried

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