Downsizing Filmkritik

Downsizing Kritik der neue Film von Alexander Payne mit Matt Damon und Christoph Waltz

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„Downsizing“: Kommt es doch auf die Größe an?

Wirklich originelle Ideen gibt es im Kino selten, Alexander Payne und Jim Taylor bieten eine solche jedoch mit dem neuen Film Downsizing. Allerdings macht eine Idee alleine noch keinen guten Film aus und hier hat man das Gefühl, dass Payne sich mehr in die Idee als in die Figuren verliebt hat. Etwas, das bei seinen anderen Werken genau andersrum ist. Aber dennoch: Downsizing hat nicht nur seine Momente, der Film ist auch satirisch und soziokulturell interessant.

Filmfoto: Downsizing©Paramount Pictures GermanyDie nahe Zukunft: Die Ressourcen der Erde sind begrenzt, weswegen norwegische Wissenschaftler einen Weg suchen, diese Problematik zu umgehen. Sie finden ihn auch: Downsizing. Bei diesem Prozess wird ein Mensch auf etwa zehn Zentimeter geschrumpft, wodurch er weniger Ressourcen verbraucht und somit die Umwelt weniger belastet. Die Jahre ziehen ins Land und immer mehr Menschen entscheiden sich fürs Downsizing. Auch Paul (Matt Damon) ist daran interessiert, und das nicht zuletzt, weil der Reiz des Mini-Ortes Leisureland auch darin liegt, dass man mit dem Geld der normalen Welt dort automatisch reich ist – und er hat dabei noch ein gutes Gefühl. Doch dann gerät sein Leben aus den Fugen.

Man merkt Downsizing schon die Ambition seines Machers an, der nicht nur die Reise eines Mannes zeigt, der nach Sinn und Bedeutung in seinem Leben sucht, aber praktisch immer den falschen Weg wählt, sondern die Geschichte auch mit politischen Elementen auflädt. Immigration, Angst vor Terror, ökologische Veränderungen, all das findet sich in diesem Film auch wieder und wirkt bisweilen ein wenig ungelenk aneinandergereiht. Der erste Akt ist vielleicht der Beste, weil er kohärenter ist und sich auf das Grundkonzept der Geschichte konzentriert.

Filmfoto: Downsizing©Paramount Pictures GermanyWas danach kommt, ist aber auch interessant. Einerseits, weil Payne so erzählt, dass man nicht absehen kann, was als nächstes passiert, andererseits, weil er genug Einblick in dieses Paradies der Reichen gibt, in dem es immer noch Armut gibt. Leisureland mag perfekt sein, wenn man Geld hat, aber man kann es auch verlieren oder niemals haben. Dann ist man, wie Udo Kiers Figur so treffend erklärt, eben einfach nur klein – und lebt vielleicht sogar in den Slums. Es ist interessant, wie Payne das Shangri-La seiner Geschichte immer mehr entzaubert und zeigt, dass sich hier auch nur spiegelt, was in der großen, normalen Welt vor sich geht.

Technisch gesehen geht Payne sehr faszinierend an die Geschichte heran. Anfangs, als Matt Damons Figur noch normalgroß ist, sind die Bilder so gestaltet, dass um ihn herum sehr viel freier Raum existiert. Die Größe der Welt ist es, in der er lebt und aufgeht, aber als er geschrumpft wird, schrumpft auch seine Welt zusammen. Der leere Raum um ihn herum ist schlagartig weniger geworden, man spürt eine gewisse Bedrückung, die unterbewusst auch klarwerden lässt, was es heißt, miniaturisiert in einer solchen Stadt zu leben. Sicherlich kann man sie verlassen und auch anderswo hinreißen, aber in der Größe einer Actionfigur ist die Welt und wie man sie wahrnimmt nie mehr so, wie sie mal gewesen ist. Selbst in Leisureland, wo fast alles normal ist, weil die Größe angepasst ist, spürt man, dass etwas nicht stimmt, und das liegt nicht nur daran, dass es auch visuelle Gags wie den gibt, dass Paul eine normalgewachsene Blumenblüte auf seinem Küchentisch drapiert hat.

Filmfoto: Downsizing©Paramount Pictures GermanyNarrativ mag Downsizing ein wenig holprig sein, die Gedanken, die er transportiert sind jedoch perfekt im Fluss und lassen den Zuschauer nachdenken, während die Botschaft sich immer weiter entfaltet: Dass es egal ist, wie klein man sich fühlt oder wie groß und erdrückend die Probleme sind, solange man ihnen nur nicht aus dem Weg geht.

Kritik: Peter Osteried

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