Deadpool 2 Filmkritik

Deadpool 2 Kritik der neue Film von David Leitch mit Josh Brolin und Ryan Reynolds

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Deadpool 2“: Jetzt wird gestorben!

Mit DEADPOOL kam frischer Wind ins X-MEN-Universum. Wie in den Comics durchbrach Wade Wilson auch hier die vierte Wand und sprach direkt mit dem Zuschauer. Beim zweiten Teil wird das noch forciert, da Deadpool nicht nur vieles kommentiert und sich sorgt, dass coole Szenen auch in Zeitlupe daherkommen, sondern auch den richtigen Musikeinsatz fordert. Der kann sich ganz besonders sehen lassen. Neben unerwarteten Songs aus Pop und Musical gibt es auch „Thunderstruck“ von AC/DC. Alleine damit coolifiziert man schon jede Szene.

Filmfoto: Deadpool 2Wade macht international Jagd auf das organisierte Verbrechen, erwischt aber nicht jeden. Ein Boss der Russenmafia kann entkommen und plant seine Rache. Wade und Vanessa werden in ihrem Appartement überfallen. Eigentlich kann Deadpool alle ausknipsen, aber eine Kugel verirrt sich und Wade verliert das Liebste, was es für ihn gibt. Colossus versucht ihn aufzumuntern, aber auch das klappt nicht so recht. Dafür findet Wade einen neuen Grund zum Leben: Er will dem Mutantenjungen Russell helfen, hinter dem der aus der Zukunft stammende Cable her ist.

Wie schon beim Erstling geht man auch hier mit der Comic-Historie recht frei um. Das gilt einerseits für Cables Hintergrund und Motivation, andererseits auch für Figuren wie Black Tom Cassidy, der schlichtweg verschwendet wird. Immerhin gibt es die überraschende Rückkehr eines Mutanten, der schon mal in den alten X-Men-Filmen dabei war, dort aber ausgesprochen schlecht dargestellt wurde. Da DEADPOOL 2 rotzfrech ist, traut man sich auch, einigen Figuren und deren Fans gehörig vors Schienbein zu treten. Das trifft dann auch Mitglieder von X-Force, die abseits von Domino nicht wirklich Bedeutung haben, aber für einen Gag gut sind.

Filmfoto: Deadpool 2Die Titelsequenz des Films will die des Vorgängers noch toppen. Bei den Stabsangaben funktioniert das nicht, weil der Trick mittlerweile bekannt ist, die visuelle Orientierung an den Titelsequenzen der James-Bond-Filme macht aber Laune. Generell hat man bei diesem Film das Gefühl – übrigens ähnlich dem Sequel zu GUARDIANS OF THE GALAXY, das auch einem Film folgen musste, der aus den Konventionen ausbrach –, dass man teils zu verbissen versucht, die Höhepunkte des Originals zu übertreffen. Manchmal gelingt das, oftmals wirkt es bemüht. Dafür hat man mit Deadpool und Cable ein Duo, das sich gut ergänzt. Ersterer ist der Witzige, letzterer der „straight man“, der mit stoischer Mine auf diese Gags reagieren muss. Das macht Laune, auch und gerade bei der letzten großen Szene Deadpools, die das einlöst, was er schon in den ersten Minuten verspricht.

Es ist sicherlich persönlicher Geschmack, ob einem dieser Film nicht schon zu meta ist, auf jeden Fall kann man jedoch sagen, dass die Kombination aus dramatischen und humorigen Szenen nicht immer funktioniert. Das funktionierte im ersten Teil noch besser, weil es für Wade um weniger ging. Hier ist der Einsatz – der Verlust! – höher. Für seine Figur ergibt es durchaus Sinn, dass sie Schmerz mit Humor verarbeitet, als Zuschauer stolpert man bisweilen darüber, denn der Film hat einige wirklich dramatische und tragische Momente, in denen ein Gag dann nicht unbedingt wirkungsvoll ist. Hier hätte man eine etwas sorgsamere Balance finden müssen.

Filmfoto: Deadpool 2Im direkten Vergleich mit dem Original schneidet DEADPOOL 2 etwas schlechter ab, im Großen und Ganzen bietet der Film aber schon flotte Unterhaltung, da die Highlights des Vorgängers variiert und ein paar wirklich coole Neuerungen eingebaut werden. Zudem gibt es für X-Men-Fans auch die eine oder andere Überraschung – und während des Nachspanns gibt es dann noch eine kleine Nachklappe, bei der man sich fragen muss, ob die einen dritten Teil vorbereiten könnte.

Kritik: Peter Osteried

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