Das Böse Filmkritik

Das Böse

Das Böse Kritik der neue Film von Don Coscarelli mit A. Michael Baldwin und Bill Thornbury

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„Phantasm“: Das Böse kehrt ins Kino zurück!

Fast genau 39 Jahre nach dem Erstkinostart von Don Coscarellis PHANTASM kehrt der Film in die Kinos zurück – und das schöner denn je. Denn der Film wurde von J.J. Abrams Firma Bad Robot remastert. Der STAR WARS-Regisseur ist ein großer Fan des Films und hat die Figur Captain Phasma auch in Anlehnung an PHANTASM so genannt. Über viele Jahre hinweg war dieses Werk hierzulande beschlagnahmt, nun ist es aber endlich wieder freigegeben. Das feiert man am besten, indem man diesen Albtraum auf der großen Leinwand sieht.

Filmfoto: Das Böse©Neue Constantin FilmBei der Beerdigung eines Freundes beobachtet der junge Tommy, wie der Bestatter, den er bald nur noch den Tall Man nennt, den Sarg alleine trägt. Das weckt sein Misstrauen, weswegen er dem Mann nachspioniert und in seinem Mausoleum nicht nur auf fliegende, tödliche Sphären, sondern auch auf garstige Zwerge trifft, die dem Tall Man dienen. Zuerst glaubt ihm sein Bruder Jody nicht, doch dann zeigt er ihm einen Beweis – und beide versuchen, den Machenschaften dieses Mannes ein Ende zu setzen.

PHANTASM ist einer der großen Klassikers des Genres, ist aber tatsächlich nicht nur einem zugehörig. Er präsentiert sich als Vertreter des Horrorfilms, ist aber ebenso sehr Science Fiction, wie sich im Verlauf der Geschichte zeigt. Der mit kleinem Budget verwirklichte Film gehörte nie zu den rabiateren Vertretern des Genres. Er setzt nicht auf blutrünstige Effekte. Nur eine Szene gibt es, bei der die Sphäre, jene silberne Kugel mit den Klingen und dem Bohrer, aktiv wird. Aber davon abgesehen setzt der Film vor allem auf eine unheimliche Atmosphäre, die fast von der ersten Minute an existiert.

Filmfoto: Das Böse©Neue Constantin FilmUnterstützt von der elektronischen Musik ergibt sich ein Gefühl des Unbehagens, dem der Film auch dadurch Vorschub leistet, dass er sich nicht an die narrativen Regeln hält, sondern tatsächlich mehr ein auf Zelluloid gebannter Traum ist. Ob bewusst oder unbewusst hat Coscarelli, der auch das Drehbuch verfasst hat, hier eine Geschichte erzählt, die nach Traummechanismen funktioniert. Man steigt mitten in Szenen ein und man springt in der Erzählebene, etwa immer dann, wenn der Tall Man gänzlich unerwartet auftaucht, so etwa, als er vor Tommys Haus wartet, direkt vor der Tür, bis der Junge herauskommt. Das folgt keiner logischen Form, das ist die Konzentration auf die Maximalwirkung, die sich mit einer konstanten Konzentration auf das Unheimliche ergibt.

Filmfoto: Das Böse©Neue Constantin FilmGenau damit punktet PHANTASM, weil er mit Wahrnehmung und Realität spielt. Zum Ende hin gibt es den last scare, der damals noch frisch und nicht so klischiert war wie heutzutage, aber er illustriert auch, dass nichts ist, wie es scheint. Figuren, die sterben, leben wieder, und solche, die leben sollten, sind tot. Das lässt den Film diffus erscheinen, ganz einhergehend mit der traumhaften Atmosphäre, die Coscarelli konstant am Laufen hält.

PHANTASM ist ein großartiger Genre-Film, der abseits ausgetretener Pfade wandelt und auch fast 40 Jahre nach seiner Entstehung noch nichts von seiner albtraumhaften Wirkung, aber auch seiner immensen Funktionalität verloren hat.

Kritik: Peter Osteried

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