Criminal Squad Filmkritik

Criminal Squad Kritik der neue Film von Christian Gudegast mit Gerard Butler und Pablo Schreiber

Filmkritik von

„Criminal Squad“: Gerard Butlers nächster Flop

Mitunter ist es so, dass man einen Film sieht und das Gefühl hat, alles schon einmal gesehen zu haben – oder auch mehrmals. Das sind dann Filme, die frei von eigenen Ideen sind und wiederkäuen, was andere vor ihnen gemacht haben. Freundlich betrachtet könnte man das als Hommage ansehen. Weniger freundlich ist jedoch die Sicht, dass es fehlende Kreativität ist, die hier am Werk ist. Bei Christian Gudegast, der den Gerard-Butler-Film London Has Fallen geschrieben hat, ist man versucht, letzteres anzunehmen.

Filmfoto: Criminal Squad©Concorde Filmverleih GmbHEin Panzerwagen wird von einer Gruppe Räuber mit militärischer Präzision überfallen. Herannahende Polizisten werden unter Beschuss genommen und getötet. Danach fliehen die Räuber mit dem Panzerwagen. Dies ist ein Fall für die Major-Crimes-Einheit unter Big Nick (Gerard Butler), der schon bald einen Verdacht hat, wer der Drahtzieher dieser Aktion sein könnte: Der jüngst aus dem Gefängnis gekommene Merrimen (Pablo Schreiber). Dem wiederum ist klar, dass Nick nun hinter ihnen her ist. Ein Katz- und Mausspiel beginnt, während Merrimen den größten Coup überhaupt plant.

Man merkt Criminal Squad schon an, welche Vorbilder Gudegast inspiriert haben. Er ist offensichtlich ein ganz großer Fan von Michael Manns Klassiker Heat, nur dass er nicht verstanden hat, was dieses Werk so großartig macht. Entsprechend hat man hier Szenen, die diesen Film zitieren, aber keine Wirkung entfalten. Das fällt im Großen auf, wenn der Shootout auf der Straße beginnt, aber auch im Kleinen, wenn die beiden Kontrahenten sich gegenüberstehen und taxieren. Hier geschieht das in der Wohnung des Schurken, in der der Cop gerade dessen Freundin gevögelt hat. Klasse hat das nicht.

Filmfoto: Criminal Squad©Concorde Filmverleih GmbHGenerell sind die Figuren Abziehbilder. Klischeesammlungen, die fast schon zur Parodie werden. Besonders gilt das für Butlers Big Nick, der sich einen ewigen Streit mit einem FBI-Agenten liefert, weil dieser seine Methoden nicht gutheißt. Überraschend ist das angesichts der zur Schau getragenen Methoden nicht. Für den Film ist es allerdings überflüssig, weil sich aus diesem Konflikt nichts entspinnt.

Filmfoto: Criminal Squad©Concorde Filmverleih GmbHGudegast hantiert mit den Elementen eines Actionthrillers, weiß aber nie, wie er sie richtig zusammensetzen soll. Entsprechend gibt es jede Menge Momente, in denen man sich fragt, ob die jeweilige Figur wirklich so handeln würde. Schlimmer noch, die Logik wird ausgehöhlt. Zwar werden ein paar dieser Löcher mit dem Twist-Ende gestopft, alle aber längst nicht, so dass am Ende ein zerfaserter, nicht stimmiger Film bleibt, dessen größter Wert wohl der Umstand ist, dass er für ein deutschsprachiges Publikum ein gewisses Amüsement bietet. Denn die Figur von O’Shea Jackson Jr. arbeitet in einer schummrigen Bar, die man eher für einen Stripclub halten würde, die aber „Ziggy’s Hofbräu“ ist – inklusive echter Bierzeltmusik. Der Betreiber der Bar wird übrigens vom gebürtigen Deutschen Eric Braeden gespielt, dem Vater von Christian Gudegast.

Die Actionszenen besitzen einen gewissen Unterhaltungswert, im Großen und Ganzen ist dieser Film aber nicht nur enttäuschend, sondern auch langweilig. Ein Heat des kleinen, nein, des ganz, ganz kleinen Mannes, wenn man so will.

Kritik: Peter Osteried

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