Black Panther Filmkritik

Black Panther Kritik der neue Film von Ryan Coogler mit Chadwick Boseman und Michael B. Jordan

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„Black Panther“: Der beste Marvel-Film seit Jahren!

Regisseur Ryan Coogler erklärte in Interviews, dass er es schätzte, wie viel Freiheit Marvel ihm bei BLACK PANTHER gelassen aht. Er bestand aber auch schon im Vorfeld darauf, seine eigenen Leute zu dem Projekt zu bringen, also Kamerafrau Rachel Morrison, Produktionsdesignerin Hannah Beachler und Komponist Ludwig Göransson, mit denen er an NÄCHSTER HALT: FRUITVALE STATION zusammengearbeitet hatte. Damit wollte er verhindern, dass der Film denselben Look wie alle Marvel-Streifen haben, bei denen er das Gefühl hat, dass Kamera, Musik und Schnitt einem rigiden Hausstil folgen. Genau gegen diesen Trend hat er sich mit seinem Film erfolgreich gestemmt.

Filmfoto: Black Panther©Walt Disney / MarvelT’Challas (Chadwick Boseman) Vater ist tot, nun ist es an ihm, zum König von Wakanda zu werden. Als solcher muss er sich fragen, ob er den Kurs seiner Vorgänger beibehalten soll: Wakanda isolieren und den Eindruck erwecken, man sei ein Dritte-Welt-Land, während man tatsächlich hochtechnologisierter als jede andere Nation ist. Doch darum kann der Black Panther sich vorerst nicht kümmern, da der Verbrecher Ulysses Klaue (Andy Serkis) das aus Wakanda gestohlene, wertvolle Metall Vibranium verkaufen will. Black Panther will den Mann nach Wakanda bringen, um ihn dort vor Gericht zu stellen. Doch die Mission misslingt …

Eigentlich sollte der eigene Film des Black Panthers schon 2017 kommen, er wurde aber nach dem Marvel-Deal mit Sony zurückgestellt, um Spider-Man neuzustarten. Das Warten hat sich aber gelohnt, denn während der letzte Film mit dem Netzschwinger gepflegte Langeweile verbreitete, ist BLACK PANTHER ganz groß geworden. Das liegt nicht nur daran, dass sich der Film wohltuend von den anderen Marvel-Produktionen abhebt, sondern weil er gar keine klassische Superhelden-Geschichte erzählt. Zudem gibt es eine politische Ebene des Films, die das Ganze wie schon bei THE RETURN OF THE FIRST AVENGER vielschichtiger werden lässt. Denn hier geht es im Kern um die Frage, wie Wakanda der Außenwelt begegnen soll. Die einen wollen zu Eroberern werden, die anderen zu Helfern der Welt, und wieder andere sich von allem abschotten. Das ist ein mächtiges Thema, insbesondere in einem politischen Klima, in dem die USA eine Mauer zu ihrem südlichen Nachbarn errichten wollen.

Filmfoto: Black Panther©Walt Disney / MarvelDas macht BLACK PANTHER deutlich interessanter, als wenn es „nur“ ein Actionfilm gewesen wäre. Aber die Action kann sich auch sehen lassen. Es gibt eine grandiose Verfolgungsjagd in Südkorea, aber auch tolle Kämpfe Mann gegen Mann. Und am Ende hat man gar bürgerkriegsähnliche Zustände. Die Action geht dabei nicht nur von Black Panther aus, auch seine Elitetruppe, die weiblichen Dora Milajae sehen im Kampf hervorragend aus. Die Choreographie auch und gerade der Massenszene am Ende ist prickelnd.

Der Film punktet aber noch in einer anderen Kategorie. Einer, bei der Marvel von Anfang an geschwächelt hat: Hier gibt es einen Schurken, der diese Bezeichnung wirklich verdient. Nicht, weil er Böses um des Bösen Willen tun würde, sondern weil man versteht, wo er herkommt und was ihn antreibt. Diese Figur, von Michael B. Jordan mitreißend gespielt, ist im Grunde dem X-Men-Gegner Magneto nicht unähnlich. Dies ist ein Schurke, der auch tragisch ist, und gerade darum so echt wirkt.

Filmfoto: Black Panther©Walt Disney / MarvelBLACK PANTHER ist ein großartiger Film. Der Beste, den Marvel seit vielen Jahren produziert hat. Unbedingt sehenswert! Und natürlich muss man den Abspann wieder abwarten, denn es gibt zwei Szenen, die dort zu sehen sind. Die letzte bietet ein nicht ganz unerwartetes Wiedersehen mit einer Figur, die man zuletzt vor zwei Jahren gesehen hat.

Kritik: Peter Osteried

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