Im Gespräch mit Maria Ehrich

Interview mit Maria Ehrich (Darsteller) über Rubinrot und Saphirblau geführt Filmkritik von

Kritiken: Kannten Sie die Romane im Vorfeld?

Maria Ehrich: Ja, ich hab den ersten Teil gelesen, da wusste ich noch gar nicht, dass daraus irgendwann ein Film entstehen wird. Und die beiden letzten habe ich dann gelesen, als ich wusste, dass ich zum Casting eingeladen werde. Ich fand die Bücher schon immer toll.

Kritiken: Kommt die Umsetzung der Filme dann dem nahe, wie sie sich das beim Lesen vorgestellt haben?

Maria Ehrich: Im Film ist vieles oft anders, was am Genre liegt Viel von dem, was im Buch steht, funktioniert ja nur über Gwendolyn und ihre Gedankenwelt, weswegen man viel umstellen muss, damit das auch entsprechend Spannung bekommt.

Kritiken: Die Rolle der Gwendolyn ist durchaus fordernd, z.B. müssen Sie reiten. Konnten Sie das vorher schon?

Maria Ehrich: Das habe ich für den Film gelernt. Wir waren vier Tage in der Nähe von Köln und haben das so ein bisschen dort trainiert. Es hat wirklich Spaß gemacht und es ist sehr schön, dass ich für diese Rolle so viel Neues lernen durfte. Für den ersten Teil hab ich Capoeira gemacht, weil ich da ziemlich viel fallen musste.

Kritiken: Der Damensattel bringt eigene Schwierigkeiten mit sich?

Maria Ehrich: Ja, ich muss aber echt sagen, dass mir das leichter fiel als im normalen Sattel zu reiten, weil an der Seite ein Griff ist, an dem man sich gut festhalten kann. Das macht auch großen Spaß beim Galoppieren und hat besser funktioniert als im normalen Sattel.

Kritiken: Der Zeitsprung-Effekt wurde mit Drahtseilen erreicht. Wie wurden Sie darauf vorbereitet?

Maria Ehrich: Ja, wir befanden uns in einer Vorrichtung mit Seilen und Flaschenzug. Einmal wurden wir auch von einem Kran weggezogen oder wir sprangen von zwei Meter hohen Boxen und es wurde später rückwärts abgespielt. Da gibt es schon einige Tricks. Für mich ist das eigentlich nicht wirklich anstrengend, da ich ja nur springen muss oder zurückgezogen werde. In einer Szene, trug ich gleich zwei Korsette - eines als Teil des Kostüms, das andere für die Drahtseile – und es war ein bisschen schwierig, da ich kaum atmen und den Körper nicht richtig anspannen konnte. Das mussten wir ein paarmal machen. Das ist dann schon anstrengend, aber auch toll und man fühlt sich wie Peter Pan.

Kritiken: Haben Sie all diese Stunts selbst gemacht oder kamen bisweilen auch Stuntleute zum Einsatz?

Maria Ehrich: Nein, das hab ich alles selber gemacht. Ich wurde einmal beim Reiten gedoubelt, als das Pferd hochsteigen sollte, weil ich das einfach selbst noch nicht gemacht hatte. Aber ansonsten habe ich alles selber gemacht. Es waren diesmal auch gar nicht so viele gefährliche Stunts für mich, bei denen ich gedoubelt hätte werden müssen.

Kritiken: Die Sequenz, als Ihre Figur „Let’s Do the Time Warp“ anstimmt, fand ich überraschend.

Maria Ehrich: Ja, die war lustig. Die Szene hat mir großen Spaß gemacht. Ich hatte vorher Tanz-Training bekommen und dann haben wir versucht, das so betrunken und peinlich wie möglich zu inszenieren. Die Zuschauer sollen einfach Spaß bei der Szene haben.

Kritiken: Haben Sie sich die ROCKY HORROR PICTURE SHOW zuvor nochmal angesehen?

Maria Ehrich: Der Tanz ist nicht der gleiche, weil es da rechtlich Probleme gab. Ich hab die ROCKY HORROR PICTURE SHOW schon vor einiger Zeit gesehen und fand das ganz witzig. Als ich gehört habe, dass ein Song daraus eingesetzt wird, hab ich mich schon sehr drauf gefreut.

Kritiken: Welches Outfit haben Sie denn am liebsten getragen, Gwendolyns legere moderne Kleidung oder das Kleid aus dem Jahr 1783 oder etwas anderes?

Maria Ehrich: Es sieht natürlich alles phantastisch aus mit den großen, tollen Robben, aber es ist schon auch anstrengend, da reinzukommen und sich darin zu bewegen. Da sind mir die Kleider heute lieber, obwohl ich stilistisch gerne mal mehr in die 50er Jahre gehen würde, weil einfach alles viel schicker war als jetzt, aber solche Barock-Kleider möchte ich wirklich keinem antun.

Kritiken: Diese Kleider wirken auch sehr einengend.

Maria Ehrich: Ich hatte natürlich präparierte Kleider. Es war nicht so wie damals, dass ich komplett eingeschnürt war, aber es hat schon gereicht. Der dicke Rock, den man hatte, und das Korsett waren dann schon so, dass man zusammengeschnürt wird. Und dann durfte ich mich auch nicht hinsetzen, denn sonst wären ja Falten ins Kleid gekommen. Also stand ich die ganze Zeit im Raum und kam mir vor wie eine Modepuppe.

Kritiken: Sie haben viele Szenen mit der computergenerierten Figur Xemerius. War Rufus Beck vor Ort und sprach seinen Part für Sie oder tat dies jemand anderes?

Maria Ehrich: Wir haben uns vorher mit dem Regisseur getroffen. Dann hat Rufus im Tonstudio alles aufgenommen. Für mich bestand diese Figur Xemerius eigentlich nur aus Kabeln, Knöpfen, Anhängern und irgendwelchen Sendern. Wenn ich Szenen mit ihm hatte, war ich total verkabelt. Mit wurde dann immer Rufus‘ Text eingespielt, wenn seine Figur dran war. Rufus war selbst nicht am Set. Das war dann natürlich ein bisschen schwierig, denn ich musste ja spielen, dass ich ihn sehe, obwohl er nicht da war. Am Schwierigsten war, wenn er durch den Raum geflogen ist. Da muss man sich konzentrieren, dass man spielt, aber auch den unsichtbaren Bewegungen folgt. Das hört sich total leicht an, aber das ist es gar nicht. Man kommt immer schnell raus. Ganz verrückt.

Kritiken: Wie unterschied sich die Arbeit mit zwei Regisseuren im Vergleich zu einem beim ersten Teil?

Maria Ehrich: Also ich glaube, der größte Unterschied war, dass wir trotz zehn Drehtagen weniger praktisch dasselbe Pensum bewältigen mussten. Es war eigentlich schon Wahnsinn, dass wir das alles so geschafft haben, da war es aber auch ganz gut, dass wir zwei Regisseure hatten, weil man da man auch die Takes aufteilen konnte. So konnte man zwei Sachen parallel drehen.

Kritiken: Wenn es einen dritten Teil geben wird, worauf freuen Sie sich denn am Meisten?

Maria Ehrich: Am meisten freue ich mich darauf, dass all die Fäden, die in den ersten beiden Teilen gesponnen wurden, zusammenfinden und ein Ende erreichen. Das muss natürlich in einem großen Finale enden. Von daher denke ich, dass es der spannendste Teil von allen wird. Es wird auch schön, Gwendolyn als Kämpferin zu zeigen, denn letztendlich muss sie das auch werden, um die Geschichte auflösen zu können. Da freue ich mich wirklich schon drauf.

Kritiken: Gibt es schon konkrete Planungen, wann es losgehen könnte?

Maria Ehrich: Man muss natürlich abwarten, wie der zweite läuft, aber ich denke mir, dass wir in der ersten Hälfte nächsten Jahres mit den Dreharbeiten beginnen könnten.

Kritiken: Die Geschichte spielt hauptsächlich in London, wurde aber an deutschen Drehorten umgesetzt. Wäre es Ihnen lieber gewesen, vor Ort zu sein?

Maria Ehrich: Es hätte mir schon gefallen, in London zu drehen, aber ich fand auch faszinierend, wie unsere Szenenbildner London einfach überall in Deutschland gefunden haben. Beim ersten Teil haben wir eine Woche in London gedreht. Wir haben ein paar Außenaufnahmen gemacht. Ich weiß noch, ich hatte eine Szene auf der Millennium Bridge, die man für einen Film natürlich nicht einfach so sperren kann. Ich musste spielen, die ganze Zeit über die Brücke rennen und hatte diesen rotweißgepunkteten Mantel an und all die Passanten um mich herum haben sich wohl gedacht: Was ist nur mit der Frau da los? Es war auf jeden Fall entspannter in Deutschland zu drehen, wo man ein abgesperrtes Set hatte.

Kritiken: Und zum Schluss, gibt es eine lustige Anekdote von den Dreharbeiten?

Maria Ehrich: Ja, so einige, was mir am meisten im Kopf geblieben ist, ist eine Szene mit Xemerius. In den Szenen, in denen er auch für die anderen Schauspieler irgendwie sichtbar sein sollte, haben wir das so gelöst, dass er Wasser gespieen hat. Da gibt es eine Szene, in der ich mit Leslie, der besten Freundin von Gwen, in unserem Haus durch den Flur laufe und Xemerius immer Wasser runterspritzt, damit wir den Weg finden, den er entlangläuft. Und an der Decke waren Rohre befestigt, in denen Löcher drin waren. Wir sollten immer hinterherlaufen, wenn der Spritzer kommt, aber dabei möglichst langsam sein, aber ich hab’s irgendwann verpennt und bin einen Schritt zu weit gelaufen und hab die volle Ladung abbekommen und musste für die nächste Szene erst wieder trockengefönt werden.

Kritiken: Das wird es dann vielleicht ja bei den Bloopers auf der DVD geben.

Maria Ehrich: Ja, genau, ich glaub schon.

Kritiken: Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für dieses Gespräch genommen haben.

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