Überflieger - Kleine Vögel, großes Geklapper Filmkritik

Trailer abspielen

Überflieger - Kleine Vögel, großes Geklapper Kritik der neue Film von Toby Genkel, Reza Memari mit Tilman Döbler und Christian Gaul

Filmkritik von

„Überflieger“: Ein kleiner Spatz bricht nach Afrika auf

Schöne Animationsfilme kommen nicht nur aus den USA. Es muss nicht immer Disney oder Pixar sein, auch europäische Ko-Produktionen können durchaus ihr Publikum finden und mit einigem Charme überzeugen. Eine solche Produktion ist Überflieger – Kleine Vögel, großes Geklapper, der von der Deutschen Film- und Medienbewertung mit dem Prädikat „besonders wertvoll“ ausgezeichnet worden ist.

Filmfoto: Überflieger - Kleine Vögel, großes Geklapper©Wild Bunch/Central FilmRichard ist ein kleiner Spatz, dessen Eltern einen Kampf mit einem Marder nicht überstehen. Die Storchdame Aurora findet ihn in seinem Nest und hat Mitleid, weswegen sie ihn mit nach Hause nimmt, auch wenn ihr Mann nicht gerade erfreut ist, einen Spatz in seiner stolzen Storchenfamilie zu haben. Aber im Herbst ändert sich alles. Denn die Störche müssen in den Süden ziehen, für Spatzen ist diese Reise aber viel zu strapaziös. Darum muss Richard zurückbleiben, aber der kleine Spatz denkt gar nicht daran, seine Familie allein zu lassen und macht sich auf in Richtung Afrika.

Die Ko-Produktion, die in knackigem 3-D daherkommt, gefällt, weil sie einerseits lehrreich ist, andererseits aber nicht ins Belehrende abgleitet. Im Kern wird eine schöne, kindgerechte Geschichte erzählt, die aber auch ältere Zuschauer zu amüsieren versteht. Etwa durch die Begleiter, die Richard auf seiner Reise findet, und hier vor allem die Eule Olga, die einen imaginären Freund hat, weil ihr sonst niemand im Leben zur Seite stand. Es geht darum in dem Film vor allem auch um Familie – und hier noch mehr um solche, die nicht von Blutsbanden getragen ist. Denn eine Familie kann vieles sein. Das können Freunde sein, das können Weggefährten sein, wenn man erkennt, was man einander bedeutet. Das ist eine schöne, aber auch eine kraftvolle Botschaft, die mit ihrer metaphorischen Bedeutung sogar vielsagender ist als man meinen sollte.

Filmfoto: Überflieger - Kleine Vögel, großes Geklapper©Wild Bunch/Central FilmRein technisch ist der Film weitestgehend makellos. Die Animation ist spritzig, die Designs haben Seele und die dritte Dimension wird effektiv eingesetzt. Darüber hinaus spielt man auch mit der Form, denn ein Rückblick in Olgas trauriges Leben ist in Form klassischen Zeichentricks gestaltet. Das ist toll und sorgt auch dafür, dass man sich wünscht, ein Studio würde mal wieder wagen einen ganzen Film in dieser klassischen Form zu präsentieren.

Sehr schön an Überflieger – Kleine Vögel, großes Geklapper ist auch, dass man darauf verzichtet hat, die Figuren mit B-Promis aus dem YouTube-Dunst oder bekannten, aber schauspielerisch minderbegabten Komikern zu besetzen. Stattdessen hat man auf fähige, durchaus bekannte und hervorragend arbeitende Synchronsprecher gesetzt, die wissen, wie sie ihr Handwerk angehen müssen.

Filmfoto: Überflieger - Kleine Vögel, großes Geklapper©Wild Bunch/Central FilmDas lässt den Film ebenso gut klingen wie er auch aussieht. Es mag sein, dass der Streifen gegen die große Hollywood-Konkurrenz nicht gewinnen mag, aber sympathisch ist er allemal, zumal er den Status des Underdogs an sich hat. Das allein reicht nicht, muss es aber auch nicht, denn die Abenteuer von Richard sind herzallerliebst.

Kritik: Peter Osteried

Ihr Kommentar: Überflieger - Kleine Vögel, großes Geklapper

Hinweis: Verwenden Sie selbst geschrieben Texte und kopieren Sie keinen Text von fremden Quellen. Mit dem Absenden Ihres Kommentars versichern Sie uns, dass der von Ihnen übermittelte Text nicht von anderen Webseiten oder Büchern kopiert ist und keine fremden Rechte verletzt. Bitte geben Sie Ihren Namen und Ihre E-Mailadresse (wird nicht veröffentlicht) an. Beziehen Sie sich bei Ihrem Kommentar auf die gezeigten Inhalte. Wir behalten uns vor, Kommentare nicht freizuschalten bzw. zu löschen wenn diese gegen geltendes Recht verstossen, beleidigend, Persönlich verletzend oder unsachlich sind. Kritiken.de haftet nicht für den Inhalt von Nutzerbeiträgen und verweist auf die Eigenverantwortung der Nutzer für ihre Beiträge.

Bitte aktivieren Sie Javascript um die Kommentarfunktion nutzen zu können

Einloggen
Herzlich willkommen! Um die Community nutzern zu können, melden sie sich bitte hier mit ihren Zugangsdaten an:

Facebook Login
Noch einfacher, loggen sie sich einfach mit ihrem Facebook Account ein:


Mit einem Klick auf diese Schaltfläche "Mit Facebook einloggen" akzeptieren sie die Nutzungsbedingungen und die Diskussionsrichtlinien der Ideenkraftwerk GmbH. Sie garantieren das sie diese gelesen und gespeichert oder ausgedruckt haben.


Passwort vergessen
Wenn Sie ihr Passwort vergessen haben können sie hier ein neues anfordern, geben sie dazu ihre E-Mail adresse hier ein:

Neu registrieren
Sie haben noch keinen Account bei Kritiken.de? Dann registrieren sie sich jetzt kostenlos, um die Community zu nutzen!