Tulpenfieber Filmkritik

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Tulpenfieber Kritik der neue Film von Justin Chadwick mit Alicia Vikander und Cara Delevingne

Filmkritik von

Das „Tulpenfieber“ war die Finanzkrise des 17. Jahrhunderts

Der Film sollte schon mal in den frühen 2000er Jahren gedreht werden, das Budget konnte jedoch nicht aufgebracht werden. Gut ein Jahrzehnt später gab es dann eine neue Chance, den Roman von Deborah Moggach zu verfilmen, nun mit weniger Budget, was eine Umstrukturierung der Geschichte durch Drehbuchautor Tom Stoppard vonnöten machte. Obwohl 2014 gedreht, kommt Tulpenfieber aber nun erst in die Kinos.

Filmfoto: Tulpenfieber©Prokino (Fox)Amsterdam in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Der reiche Kaufmann Cornelis (Christoph Waltz) hat die junge, attraktive Sophia (Alicia Vikander) geheiratet, die ihm aber keine Kinder schenken kann, obwohl beide es mehr als versuchen. Als Cornelis ein Porträt von seiner Gemahlin und sich anfertigen lassen will, verliebt sich Sophia in den Künstler Jan (Dane DeHaan). Beide beginnen schon bald eine Affäre. Sophia möchte für immer mit Jan zusammen sein, doch dazu muss ein sehr komplexer Plan in die Tat umgesetzt werden, der zudem erfordert, dass das in den Niederlanden grassierende Tulpenfieber mit den immer abstruseren Preisen, die Tulpenzwiebeln erzielen, noch weiter anhält.

Es ist sicherlich schwer, einen Film wie diesen zu vermarkten. Weil er im Grunde wenig mehr als eine Liebesgeschichte zu erzählen hat, die komplexer erscheint, als sie ist, weil mehr als nur drei Hauptfiguren involviert sind. Aber ein wenig Innovation gibt es dann doch, was weniger an dem vorhersehbaren Plan liegt, als vielmehr an dem durchaus unkonventionellen Finale, das Sophia, Jan und Cornelis nicht dort enden lässt, wo man das eigentlich erwarten würde. Ein Happyend gibt es im Endeffekt nur für die Figuren, bei denen man es am wenigsten erwartet hätte.

Filmfoto: Tulpenfieber©Prokino (Fox)Der in England gedrehte Film kann durch eine tolle Ausstattung punkten. Die Dekors, die Kleidung, die Sets, das alles wirkt sehr authentisch und trägt zur Stimmung des Films bei. Dazu kommt, dass die Rollen bis in die kleinsten Parts hinein exzellent besetzt sind. Manche sind ungewöhnlich wie die von Zach Galifianakis, den man in einem Film wie diesem nicht erwarten würde, andere erstaunlich traurig wie die von Christoph Waltz, der erst unsympathisch erscheint, dann aber durchaus leid zu tun vermag.

Der interessanteste Aspekt ist aber sicherlich das Tulpenfieber, die so genannte Tulpenmanie, die im Goldenen Zeitalter der Niederlande zum ersten, wirklich dokumentierten Wirtschafts-Crash führte, als eine sich immer weiter aufbauende Blase urplötzlich platzte und ruinierte Existenzen hinter sich zurückließ. Das macht Tulpenfieber erstaunlich aktuell und trägt dazu bei, diesem Kostümdrama etwas mehr Tiefgang zu verleihen.

Filmfoto: Tulpenfieber©Prokino (Fox)Ansonsten gilt, dass Tulpenfieber hübsch anzusehen ist und durchaus unterhält, dass aber auch viele Entwicklungen vorhersehbar sind – mit Ausnahme des Endes. Zudem ist der Streifen exzellent besetzt und insofern kurios, weil Dane DeHaan und Cara Delevingne, die dieses Jahr in Valerian und die Stadt der tausend Planeten zu sehen sind, beide auftreten, aber nicht interagieren.

Kritik: Peter Osteried

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