The Promise - Die Erinnerung bleibt Filmkritik

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The Promise - Die Erinnerung bleibt Kritik der neue Film von Terry George mit Oscar Isaac und Charlotte Le Bon

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„The Promise“: Ein Film, der Emotionen freisetzt

Der Milliardär Kirk Kerkorian wollte diesen Film schon in den 1980er Jahren machen, aber selbst als ihm MGM gehörte, gelang ihm das nicht. Nun hat er sich diesen Lebenswunsch jedoch selbst erfüllt, weil er mit The Promise auch auf das Schicksal der Armenier aufmerksam machen wollte. Immerhin haben seine eigenen Eltern dies alles selbst erlebt und flüchteten in die USA. An der amerikanischen Kinokasse ging die 90-Millionen-Dollar-Produktion unter, sehenswert ist sie aber dennoch.

Filmfoto: The Promise - Die Erinnerung bleibt©Capelight PicturesMikael (Oscar Isaac) ist Medizinstudent und verliebt sich in Konstantinopel in Ana (Charlotte Le Bron), die mit dem amerikanischen Journalisten Chris (Christian Bale) liiert und hin und hergerissen ist – zwischen ihrer Loyalität zu Chris und ihrem starken Gefühl für Mikael. Mit Beginn des Ersten Weltkriegs ändert sich jedoch alles. Mikael wird verschleppt, kann aber der Gefangenschaft entkommen. Während überall im Land schreckliche Gräueltaten an der armenischen Zivilbevölkerung stattfinden, versucht Mikael zusammen mit Chris und Ana, eine Gruppe von Waisen in Sicherheit zu bringen. Doch die Gefahr folgt ihnen auf Schritt und Tritt.

Terry George mit der Regie zu beauftragen – und das nach einem eigenen Drehbuch – war eine weise Entscheidung. Der Künstler nimmt sich besonders effektiv Stoffen an, die in traumatischen Zeiten spielen. Er will mit seinen Werken etwas anregen. Dass die Menschen darüber nachdenken und auch darüber sprechen. Das gelingt ihm mit The Promise, der zwar nicht so gelungen ist wie Hotel Ruanda, sein anderer Genozid-Film, aber dennoch wirkungsvoll daherkommt.

Filmfoto: The Promise - Die Erinnerung bleibt©Capelight PicturesDie schwächsten Momente sind jene, die sich mit der Menage a trois der drei Hauptfiguren befassen. Einerseits, weil Isaacs Figur zu sauber und gut gestaltet ist, andererseits, weil sie angesichts der eigentlichen Handlung in den Hintergrund treten muss. Großartig ist Christian Bale, der als furchtloser, aber hingebungsvoller Reporter die vielschichtigste Figur spielen kann.

Beeindruckend ist The Promise vor allem dann, wenn er sich mit den Schrecken des Kriegs befasst. Wenn er von den Todesmärschen, von den Massakern, von den Angriffen auf Zivilisten berichtet, dann ist er hochemotional und verliert jedwedes melodramatische Element, das ansonsten da ist. Er lässt dann auch vergessen, dass die Geschichte teilweise stark an den Haaren herbeigezogen ist und zu sehr auf den Zufall setzt, denn so oft, wie sich Mikael, Ana und Chris in verschiedener Kombination wiederfinden – und das inmitten von absolutem Chaos –, strapaziert die Glaubwürdigkeit schon ein wenig.

Filmfoto: The Promise - Die Erinnerung bleibt©Capelight PicturesDer in Portugal gedrehte Film wartet mit starken Bildern auf und erinnert an große Kriegs-Epen längst vergangener Tage. Bisweilen verfällt er ins Kitschige, mehrheitlich schafft er es jedoch, die derivative Kriegsromanze solide und emotional packend darzubieten, zumal er mit Oscar Isaac und Christian Bale zwei der besten Schauspieler unserer Zeit zu bieten hat, die mit starken Darstellungen über das Material hinauswachsen.

Kritik: Peter Osteried

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