The Girl With All The Gifts Filmkritik

The Girl With All The Gifts

The Girl With All The Gifts Kritik der neue Film von Colm McCarthy mit Gemma Arterton und Dominique Tipper

Filmkritik von

Bringt das Girl with all the Gifts der Menschheit Frieden?

Zombie-Filme gibt es viele. Sie kommen in allen Formen, sind mal witzig, mal ernsthaft, mal vollkommen daneben. Angesichts der puren Masse ist es schwierig, sich von den anderen abzusetzen, aber The Girl with all the Gifts gelingt das hervorragend. Und das nicht nur, weil es sich nicht um Zombies, sondern eher um Kreaturen á la 28 Days Later handelt, sondern auch, weil der Film als Drama funktioniert. Als schauriger Abgesang auf die Menschheit, wie wir sie kennen.

Filmfoto: The Girl With All The Gifts©Universum / SquareOne / 24 BilderGroßbritannien nach der Apokalypse: Die Menschen sind mehrheitlich von einem aggressiven Pilz befallen, der sie in blutrünstige Monster verwandelt, von den Überlebenden nur Hungries genannt. In einer Militärbasis auf dem Land treibt man Experimente mit Kindern voran, die Hungries sind, aber auch über Intelligenz und die Fähigkeit zur Interaktion verfügen. Eines dieser Kinder ist Melanie (Sennia Nanua), für die die Lehrerin Helen (Gemma Arterton) eine besondere Hingabe fühlt. Dr. Caldwell (Glenn Close), die an einem Heilmittel arbeitet, will Melanie sezieren. Bevor es jedoch dazu kommt, wird die Basis überrannt und die beiden Frauen müssen zusammen mit Melanie und ein paar Soldaten fliehen. Aber wohin können sie gehen?

Der Roman „Die Berufene“ bildet die Vorlage zu diesem Film. Oder anders gesagt: Skript und Roman entstanden zeitgleich, aber letzterer wurde lange vor Beginn der Dreharbeiten publiziert. Für beides ist der auch für seine Comics (u.a. „Lucifer“) bekannte Autor Mike Carey verantwortlich, der eine ausgesprochen originelle Geschichte ersonnen hat. Denn hier geht es nicht wirklich um das typische Genre-Element des Fliehens vor Horden von Untoten. Vielmehr konzentriert sich die Geschichte auf Melanie und setzt den Fokus auf ihre Entwicklung, die das A und O dieser Produktion ist.

Filmfoto: The Girl With All The Gifts©Universum / SquareOne / 24 BilderDenn tatsächlich erzählt The Girl with all the Gifts von etwas ganz anderem. Vom Ende der einen und der Geburt einer anderen Spezies. Das hebt den Film wohltuend von all den anderen Zombie-Stoffen ab. Denn damit einher geht ein dramatisches Element, das normalerweise fehlt. Es ist ein elegisches Gefühl, das schon bald etwas gänzlich anderem weicht: Der Erkenntnis, dass man einen Film vor sich hat, der eigene Gedanken präsentiert. Das gilt nicht nur für die Ursache der Hungries-Epidemie, sondern auch für den weiteren Verlauf und die Kulmination, bei der es letztlich so ist, dass die Menschen um Melanie herum als eine Art Katalysator dienen.

Filmfoto: The Girl With All The Gifts©Universum / SquareOne / 24 BilderDer Film ist mit Gemma Arterton, Glenn Close und Paddy Considine hervorragend besetzt, aber die Newcomerin Sennia Nanua stiehlt ihnen allen die Schau. Weil sie eine Intensität, aber auch Unschuld in ihre Rolle legt, die einen fast schon erschauern lässt. Dann, wenn sie Helen rettet, aber auch, wenn sie eine Katze – oder auch einen Soldaten – frisst. Es ist ihr unschuldiges Äußeres, das hinters Licht führt, denn dahinter blitzt eine Stärke, die sich in einer der eindringlichsten Szenen im letzten Akt zeigt, als Melanie erkennt, was ihr Platz im Leben wirklich ist.

The Girl with all the Gifts bietet reichlich Action und Thrills, brilliert aber vor allem dadurch, weil er auch als intensives Drama funktioniert. So muss ein Genre-Film aussehen: spannend, schnell, furchteinflößend und, das vor allem, intelligent.

Kritik: Peter Osteried

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