The Founder Filmkritik

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The Founder Kritik der neue Film von John Lee Hancock mit Linda Cardellini und Nick Offerman

Filmkritik von

Michael Keaton ist „The Founder“, der McDonald’s aber nicht erfunden hat

An der amerikanischen Kinokasse mag The Founder nicht besonders gut abgeschnitten haben, an den Qualitäten dieses Films ändert dies aber nichts. Denn Regisseur John Lee Hancock hat die faszinierende Studie eines Mannes abgeliefert, der aus einer Klitsche einen Weltkonzern gemacht hat.

Ray Kroc (Michael Keaton) ist 52 Jahre alt und erfolglos, aber dann stößt er auf das Fast-Food-Restaurant der McDonalds-Brüder in Kalifornien. Wo man ansonsten 20 Minuten auf sein Essen wartet, wird der Hamburger hier in weniger als einer Minute an den Kunden gebracht. Kroc ist davon fasziniert und überzeugt die Brüder, ins Franchise-Geschäft einzusteigen. Er wird ihr Partner und träumt davon, einen nationalen Konzern zu erschaffen, aber jede Neuerung, die er sich vorstellt, scheitert an der Entschlussfreude der Brüder. Bis der Punkt kommt, da Kroc McDonald’s ohne die Namensgeber führen will …

Filmfoto: The Founder©Splendid / TobisThe Founder fasziniert vor allem, weil man McDonald’s als den Konzern kennt, der er heute ist. Hier wird dem jedoch auch der Traum der Brüder gegenübergestellt, der idealistisch ist und von etwas zeugt, das damals noch fast unbekannt war: Nachhaltigkeit. Der Konflikt, der sich hier entspinnt, ist darum auch einer zwischen Tradition und Moderne, eingebettet in eine frühe Form des Turbokapitalismus.

Filmfoto: The Founder©Splendid / TobisRay Kroc ist eigentlich niemand, den man sympathisch finden kann. Er ist ein eiskalter Geschäftsmann, der seine Partner ausbeutet und alles darauf ausrichtet, nicht nur den Profit, sondern auch den Ruhm einzustreichen. Zudem ist er ein Mann, der seine Frau nicht nur vernachlässigt, sondern schon lange nicht mehr liebt. Nichts an ihm ist sympathisch, aber die Energie, die er an den Tag legt und mit der er seinem Traum folgt, ist zumindest beeindruckend. Keaton spielt den Mann ambivalent. The Founder – so nannte Kroc sich selbst, obwohl er McDonald’s nicht gegründet hat – ist vielschichtig im Porträt dieses Mannes, der eine gute Idee sah und sie nicht einfach nur stahl, sondern die Erfinder solange vereinnahmte, bis sie ganz und gar ausgezehrt waren.

Filmfoto: The Founder©Splendid / TobisDer Film erzählt aber ebenso die Geschichte der Brüder, die von Nick Offerman und John Carroll Lynch hervorragend gespielt werden. Sie sind die Sympathieträger von The Founder, was es umso tragischer macht, da man weiß, dass sie auf verlorenem Posten stehen – und das so sehr, dass sie am Ende auch noch betrogen werden. Das wiederum spielt Keaton mit richtiger Verve. Er liefert eine seiner beeindruckendsten Darstellungen ab, weil es ihm gelingt, diesen Mann, diesen Geschäftsmann, auch als Chiffre für heutige Verhältnisse anzulegen. Das macht The Founder aktueller, als man meinen sollte. Ganz zu schweigen davon, dass der Film dem Fast-Food-Thema zum Trotz sehr gehaltvoll ist. Und wenn nichts Anderes, dann macht er Lust, mal wieder einen Hamburger zu essen…

Kritik: Peter Osteried

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