The Birth Of A Nation - Aufstand zur Freiheit Filmkritik

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The Birth Of A Nation - Aufstand zur Freiheit Kritik der neue Film von Nate Parker mit Nate Parker und Armie Hammer

Filmkritik von

„The Birth of a Nation“: Über einen moralischen Helden und einen amoralischen Filmemacher

Den Titel seines Films wählte Nate Parker mit Bedacht. Er teilt ihn sich mit D.W. Griffith gleichnamigen Werk aus dem Jahr 1915, das aus technischer Sicht von Filmhistorikern geschwätzt wird, wobei oft übersehen wurde, wie sehr das Werk von Rassismus durchdrungen ist. Griffith‘ Film soll sogar ein Wiedererstarken des Ku Klux Klans bewirkt haben. Gut einhundert Jahre später kann man den Film nicht mehr losgelöst von seiner Botschaft sehen, während Parkers The Birth of a Nation den Titel zurückerobert – von einer Geschichte über weiße Vorherrschaft hin zu einer Anklage gegen all die Gräueltaten, die in den Südstaaten verübt wurden.

Filmfoto: The Birth Of A Nation - Aufstand zur Freiheit©Twentieth Century Fox of Germany GmbHLange vor dem amerikanischen Bürgerkrieg: Im Süden der USA wächst Nat Turner (Nate Parker) als Sklave auf. Anders als viele seiner Leidensgenossen kann er lesen. Seine Besitzerin gibt ihm eine Bibel, in der er sein Heil zu finden scheint. Er wird zu einem Prediger, was sein Besitzer Samuel Turner (Armie Hammer) zu nutzen weiß, denn er leiht ihn gegen Gebühr an andere Sklavenbesitzer aus, wo er zu den Schwarzen predigen soll, damit diese gar nicht erst daran denken, gegen ihre Besitzer aufzubegehren. Doch je mehr Nat Zeuge unsagbarer Gräueltaten wird, desto klarer wird ihm, dass es so nicht weitergehen kann. Er zettelt einen Aufstand an.

The Birth of a Nation war einer der großen Hits des letztjährigen Sundance Film Festivals. Man erwartete im US-Kino Großes und schielte auch auf Oscars, aber dann holte Nate Parker die Vergangenheit ein. Er war einst wegen Vergewaltigung angeklagt worden, aber letztlich nicht verurteilt, da man nicht beweisen konnte, ob der Vorfall nicht in gegenseitigem Einvernehmen stattfand. Mit diesem Film kehrte das Thema zurück, da sich das Opfer vor ein paar Jahren das Leben genommen hatte. Parker wiederum zeigte dafür sehr wenig Mitgefühl, was letzten Endes seinem Film geschadet haben dürfte.

Filmfoto: The Birth Of A Nation - Aufstand zur Freiheit©Twentieth Century Fox of Germany GmbHDavon abgesehen bleibt aber ohnehin zu attestieren, dass ihm ein zwar guter, aber längst kein überragender Film gelungen ist. Er erinnert über weite Strecken hinweg an Steve McQueens 12 Years a Slave, erreicht aber nicht dessen Intensität. Dabei bleibt Parker recht nahe an der wahren Geschichte, auch wenn die Dramatik ein paar Angleichungen verlangte. Besonders fragwürdig ist dabei die erfundene Szene der Vergewaltigung von Nat Turners Frau, die auch dazu beigetragen hat, dass er sich gegen die Sklavenhalter aufgelehnt hat. Insbesondere in Hinblick auf Parkers Vergangenheit ist dies eine unglückliche Szene.

Filmfoto: The Birth Of A Nation - Aufstand zur Freiheit©Twentieth Century Fox of Germany GmbHBetrachtet man den Film für sich, ohne die Vergangenheit seines Schöpfers einzubeziehen, so ist The Birth of a Nation eine über weite Strecken gelungene, gerechten Furor atmende Geschichtsstunde, die als mehr als 100 Jahre verspätete Antwort auf D.W. Griffith‘ Film durchaus eine Existenzberechtigung hat.

Kritik: Peter Osteried

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