Sleepless - Eine tödliche Nacht Filmkritik

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Sleepless - Eine tödliche Nacht Kritik der neue Film von Baran bo Odar mit Jamie Foxx und Scoot McNairy

Filmkritik von

Räuber und Gendarm in Las Vegas

Weil der Regisseur Baran bo Odar 2014 mit seinem deutschen Hacker-Thriller „Who Am I – Kein System ist sicher“ sogar in Hollywood Aufsehen erregte, durfte er nun auch einen amerikanischen Actionthriller inszenieren. Aber wie das so oft passiert, wenn europäische Talente ihren Einstand in Amerika geben, wird auch hier die Originalität des Newcomers vom Mainstream verschluckt. Der Schweizer Baran bo Odar und seine Drehbuchautorin Andrea Berloff präsentieren ein Remake des französischen Thrillers „Sleepless Night: Nacht der Vergeltung“ von 2011, das sich als geradlinig erzählte Genrekost herausstellt. Sie bietet allerdings wenig Überraschendes und schon gar keine Extraportion Pep.

Filmfoto: Sleepless - Eine tödliche Nacht©Tobis FilmIn Las Vegas überfallen der Polizist Vincent Downs (Jamie Foxx) und sein Partner eines Nachts ein Drogenfahrzeug. Sie wollten sich wieder einmal bereichern, aber diesmal bekommen sie mächtig Ärger. Denn die 25 Kilogramm Kokain, die sie nun besitzen, gehören dem mächtigen Casinobetreiber Stanley Rubino (Dermot Mulroney) und sind für Rob Novak (Scoot McNairy), den brutalen Sohn eines Drogenbarons, bestimmt. Stanley fackelt nicht lange und lässt Vincents 16-jährigen Sohn Thomas (Octavius J. Johnson) entführen. Der erschrockene Vater selbst bekommt dabei einen Messerstich verpasst.

Vincent fährt trotz Verletzung schleunigst zur Übergabe des Kokains in Stanleys Casino. Er deponiert die Drogen dort zunächst auf der Toilette, aber als er sie holen will, sind sie weg. Die Polizistin Jennifer Bryant (Michelle Monaghan) aus der Abteilung Internal Affairs, die gegen korrupte Kollegen ermittelt, hat sie sich geschnappt. Nun muss sich Vincent etwas einfallen lassen, um seinen Sohn zu retten, bevor der ebenfalls im Casino eingetroffene Rob Novak die Geduld verliert.

Filmfoto: Sleepless - Eine tödliche Nacht©Tobis FilmDas Casino wird zum Schauplatz einer actionreichen Verfolgungsjagd, bei der Vincent zwischen allen Fronten steht. Mal trickst er die Gangster kurz aus, mal Jennifer und ihren Kollegen. Aber nach jedem kleinen Erfolg wendet sich das Blatt wieder zu seinem Nachteil. Vincent gehen dennoch nie die Ideen aus und selbst die Enge, die beispielsweise in der gut besuchten Disco des Hauses herrscht, kann ihn nicht wirklich ausbremsen. Die Action besteht hauptsächlich aus harten Nahkämpfen, die auch schon mal mit Küchengeräten ausgefochten werden. Das sorgt wiederum für ein wenig Humor, für den aber in der Regel die bissig-ironischen Kommentare Jennifers zuständig sind. Mit ihnen wappnet sich die ehrgeizige Polizistin gegen Vorbehalte aus dem Kollegenkreis und männliche Herablassung.

Allerdings sind die Charaktere relativ eindimensional gezeichnet und die Geschichte hält sich auch nicht lange mit ihnen auf. Rob ist nicht der erste sadistische Gangster der Filmgeschichte und seine Aktionen und Drohgebärden lassen das stets erkennen. Der Filmheld Vincent macht anfangs keinen sympathischen Eindruck, aber anstatt ihn weiter als zwiespältige Figur zu etablieren, sorgt die Inszenierung auch in diesem Fall bald für Simplizität.

Filmfoto: Sleepless - Eine tödliche Nacht©Tobis FilmDie visuelle Gestaltung macht einen zwar soliden, aber weder spektakulären, noch sonderlich kreativen Eindruck. Die Kampfszenen sind gut choreografiert und das Panorama der Stadt in der Wüste ist die wiederholte Betrachtung wert, bis hin zum schläfrigen Grau des Morgens. Dann sind die Neonfarben dieser atemlosen Nacht erloschen und die galoppierenden Rhythmen der Musik verstummt, die Vincent auf dem Kriegspfad begleiteten. Baran bo Odars amerikanischer Actionthriller ist alles in allem ein Gesellenstück ohne Ecken und Kanten geworden.

Kritik: Bianka Piringer

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