John Wick: Kapitel 2 Filmkritik

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John Wick: Kapitel 2 Kritik der neue Film von Chad Stahelski mit Ruby Rose und Keanu Reeves

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Keanue Reeves ist im zweiten Kapitel von JOHN WICK zurück – und killt noch mehr!

Der erste Teil war ein Überraschungserfolg, dabei war das Ganze gestaltet wie ein klassischer Einzelkämpferfilm der 1980er Jahre - nur deutlich dynamischer und moderner. Für Keanu Reeves war die Rolle von John Wick so etwas wie das Comeback. Und nun wird das mit dem zweiten Kapitel zementiert. Man merkt es schon an der Titelwahl: Hier plant man Großes. Oder zumindest noch einiges, was kommen soll, denn mit einem zweiten Kapitel kann eine Geschichte natürlich nicht enden.

Diese hier tut es auch nur bedingt, denn am Ende wird alles größer aufgezogen, was heißt: Noch mehr Action. Die gibt es auch schon in diesem Film, bei dem der Bodycount von 78 Leuten, die der Erstling vorzuweisen hatte, sicher noch überschritten wird.

Filmfoto: John Wick: Kapitel 2©Concorde Filmverleih GmbHJohn Wick (Keanu Reeves) hat abgeschlossen. Er hat seine Rache bekommen und möchte nun sein Leben weiterleben, doch dann taucht der Mafiosi Santino bei ihm auf und fordert eine Schuld ein. Wick will sich dem nicht beugen, woraufhin Santino sein Haus in die Luft sprengt. Rächen kann sich Wick aber nicht. Nach den Regeln der Assassinen muss er Santinos Auftrag ausführen. Aber danach ist er frei und kann seine Rache einfordern.

Die Geschichte ist noch schmaler ausgefallen als beim Erstling. Das merkt man schon in der ersten, vor Wahnwitz starrenden Action-Sequenz, in der es nur darum geht, dass John Wick sein Auto wiederhaben will. Das erhält emotionale Aufladung, indem dem Zuschauer kurz gezeigt wird, wieso ihm das Auto so viel bedeutet, das alles gibt aber auch den Ton für den restlichen Film vor.

Denn wirklich ernstnehmen kann man diese Actionorgie nicht mehr. John Wick, der in etwa so legendär ist wie der Schwarze Mann, hat längst den Status eines Normalsterblichen verlassen. Er ist ein Übermensch, den man mit dem Auto überfahren, anstießen, abstechen und durch die Gegend prügeln kann, der aber immer wieder aufsteht, als sei gerade gar nichts geschehen.

Vielleicht hätte es der Figur, aber auch dem Film ganz gutgetan, Wick etwas Verletzlichkeit zuzugestehen, aber Reeves spielt ihn mit stoischer Gelassenheit. Er definiert neu, was Coolness für einen Action-Helden heißt.

Filmfoto: John Wick: Kapitel 2©Concorde Filmverleih GmbHDie bekannten Gesichter des ersten Teils sind wieder mit dabei. Sie verleihen den Figuren eine gewisse Gravitas, wo ansonsten eigentlich nicht viel ist. Das gilt für Lance Reddick als Concierge, aber auch für Ian McShane, der das Hotel Continental leitet. Ein paar neue Gesichter gibt es auch. Neben Peter Stormare, der nur am Anfang zu sehen ist, gilt vor allem Franco Nero zu nennen. Die Szene mit Reeves ist großartig, treffen hier doch zwei Action-Helden ganz unterschiedlicher Art aufeinander.

Das Drumherum dieses Hotels, aber auch der Dienste, die es offeriert, wird hier etwas stärker ausgespielt. Faszinierend ist dabei vor allem der Zusammenprall von Tradition mit Moderne, wenn Computertechnik auf analogen Telefondienst trifft oder ein Mordauftrag von den „Fräulein“ vom Amt per Rohrpost weitergegeben wird.

Das ist natürlich abstrus, hat aber Stil und verleiht John Wick: Kapitel 2 auch eine sehr eigene Atmosphäre.

Filmfoto: John Wick: Kapitel 2©Concorde Filmverleih GmbHSo armselig die Geschichte auch letztlich ist, John Wick: Kapitel 2 macht richtig Spaß. Hier kommt auch nie Stillstand auf, da Reeves‘ Figur sich konstant in Bewegung und auf der Jagd befindet. Gegenspieler hat er dabei reichlich, die meisten sind aber nur Kanonenfutter. Ein paar extrem coole Fights gibt es aber schon, vor allem auch mit dem von Common gespielten Kollegen, der Wick in fast nichts nachsteht.

Die Regie übernahm erneut Chad Stahelski, während sein Kollege David Leitch sich auf Deadpool 2 einstellt. Das Skript ist erneut von Derek Kolstad, der John Wicks Geschichte als Trilogie sieht.

Dieser Mittelteil bringt Veränderungen mit sich, die im dritten Teil dann zum Tragen kommen. Darauf darf man sich jetzt schon freuen, denn inmitten von Superhelden und anderen Kinospektakeln wirkt John Wick mit seiner exakten Methode, zu schießen, sich zu bewegen und zu kämpfen, fast schon wieder wie ein ganz normaler Mensch. Nur halt einer, der extrem viel wegsteckt und eiskalt alles abserviert, was ihm im Wege steht. Für Fans handfester und bodenständiger Action wird es in diesem Jahr nichts Besseres im Kino zu sehen geben!

Kritik: Peter Osteried

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