Der Hunderteinjährige, der die Rechnung nicht bezahlte und verschwand Filmkritik

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Der Hunderteinjährige, der die Rechnung nicht bezahlte und verschwand Kritik der neue Film von Felix Herngren, Måns Herngren mit Robert Gustafsson und Iwar Wiklander

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Der Hunderteinjährige erlebt ein neues Abenteuer

Die Verfilmung des Romans Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand war auch außerhalb seiner Heimat ein erstaunlicher Erfolg. Das lag einerseits daran, dass der Roman schon gut angekommen war, andererseits an dem herrlich abstrusen Titel – und dann erzählte man noch eine Geschichte, die dem mehr als gerecht wurde.

Filmfoto: Der Hunderteinjährige, der die Rechnung nicht bezahlte und verschwand©Concorde Filmverleih GmbH101 Jahre ist Allan Karlsson alt geworden, als er in seinen alten Sachen etwas ganz Besonderes entdeckt: die letzte Flasche Volkssoda, die es noch gibt. Sie wurde während des Kalten Krieges von den Russen entwickelt, die damit die amerikanische Vorherrschaft in Sachen Zuckerwasser brechen wollten. Das führte zu einer der sagenumwobensten Aktionen des Kalten Krieges, bei der auch Allan als Doppelagent kräftig mitmischte. Nun macht er sich mit seinem Kumpel Julius auf nach Deutschland, um das Rezept zu bergen, doch Russen, die CIA, ein Engländer und eine resolute Russin sind hinter ihnen her.

Als Roman gibt es keine Fortsetzung der Geschichte, dem Gesetz des Filmgeschäfts folgend, muss aber eine her, wenn das Original so gut lief. Also ließ man sich selbst eine Geschichte einfallen, die – das muss man schon sagen – nicht so gut ist wie beim Vorgänger. Aber dafür gibt es reichlich kuriose Ideen, denen man hier frönt. Das ist in der Erzählweise zwar sehr episodisch, was auch daran liegt, dass es immer wieder Rückblicke gibt, funktioniert aber dennoch, weil der Film so immens rasant ist. Er wechselt von einer Szenerie zur nächsten und jongliert mit einem ganzen Schwung von Charakteren, die allesamt sehr eigen sind.

Skurrilität ist hier Trumpf, wobei sicherlich nicht jeder Gag gleich sitzt. Dafür ist die Geschichte reichlich abstrus und so überzogen, dass immer wieder Überraschungen daherkommen, die man nicht unbedingt erwartet hätte.

Filmfoto: Der Hunderteinjährige, der die Rechnung nicht bezahlte und verschwand©Concorde Filmverleih GmbHWunderbar ist Robert Gustafsson, der mit seinen 52 Jahren weit vom 101-jährigen entfernt ist, dank gelungenen Alters-Make-ups, das noch besser ist als beim vorherigen Film aber sehr überzeugend ist. Und das nicht nur wegen der Optik, sondern weil er es auch schafft, sich wie ein gebrechlicher alter Mann zu bewegen, der aber noch lange nicht ans Aufhören denkt. Auch nicht mit 101 Jahren!

Filmfoto: Der Hunderteinjährige, der die Rechnung nicht bezahlte und verschwand©Concorde Filmverleih GmbHDie musikalische Untermalung ist beschwingt und erinnert an Klänge aus dem Balkan. Sie wirkt im Grunde völlig falsch für diesen Film, aber aus irgendeinem Grund funktioniert es doch. Vielleicht, weil sie schnell ist und die rasante Erzählweise unterstützt. Sehr schön sind aber auch immer die Momente, in denen Stillstand einkehrt. Etwa dann, wenn die CIA-Agenten mit einem einheimischen Agenten zusammenarbeiten müssen, der den Begriff Arbeitsethos noch nie gehört hat.

Der Hundertjährige, der die Rechnung nicht bezahlte und verschwand ist nicht so gut wie der erste Teil, aber durchaus vergnüglich. Bleibt nur die Frage, ob man bald auch den 102-jährigen sehen wird…

Kritik: Peter Osteried

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