David Lynch: The Art Life Filmkritik

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David Lynch: The Art Life Kritik der neue Film von Jon Nguyen, Rick Barnes, Olivia Neergaard-Holm mit David Lynch

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„David Lynch: The Art of Life“: Der Maler, nicht der Filmemacher

Wer von dieser Dokumentation erwartet, mehr über das filmische Werk aber auch über den Filmemacher David Lynch zu erfahren, der wird bitter enttäuscht werden. Denn David Lynch: The Art of Life ist nicht so eine Dokumentation. Vielmehr bleibt sie nahe an Lynch dran, der von seiner Kindheit erzählt, aber auch vom Entdecken seiner Kreativität, die sich zuerst in Zeichnen und Malen ausdrückte.

Filmfoto: David Lynch: The Art Life©NFPHier geht es um die formativen Jahre des Künstlers, der von seiner Mutter ermutigt wurde, seiner Kreativität völlig freien Lauf zu lassen. Sie kaufte ihm nie Malbücher, was sie für seine Geschwister schon tat, weil sie instinktiv erkannt hatte, dass diese ihren Sohn eingrenzen und beengen würden. Stattdessen gab sie ihm Malstifte, mit denen er sich ganz und gar selbst ausdrücken konnte – lediglich mit der eigenen Phantasie als Grenze, aber eine, die er wieder und wieder überwand.

Hier steht David Lynch, der Maler im Vordergrund. Nur in Hinblick auf seine frühesten Werke ist diese Dokumentation relevant, denn der Übergang vom Maler zum Filmemacher ist fließend. Lynch erzählt, dass er einmal einen Tagtraum hatte – oder vielleicht auch eine Vision. Er sah eines seiner Gemälde und wie es sich bewegte. Das war die Saat, die für den Filmmacher ausgestreut wurde. Denn fortan wollte er sich bewegende Gemälde, Filme, erschaffen.

Man sieht einige von Lynchs Arbeiten, die beeindruckend, aber auch immens düster sind. Sie wirken verstörend, manchmal sogar angsteinflößend, aber man merkt, dass Lynch sie nutzt, um seine eigenen negativen Emotionen zu kanalisieren und auszutreiben. Sein Vater fürchtete, dass er mental krank sein könnte, als er einige Arbeiten seines Vaters sah. Aber das Gegenteil ist der Fall. Lynch ist ein leiser, nachdenklicher Mann, der kaum gesünder sein könnte, weil er alle Dämonen, die in ihm existieren mögen, auf der Leinwand bahnt – als Maler, aber auch als Filmemacher.

David Lynch: The Art of Life ist eine faszinierende Dokumentation, die Lynch vor allem reden lässt, aber auch Momente der Stille zelebriert und eine gewisses, surreales Gefühl heraufbeschwört, das auch den Filmen des Künstlers inne ist. Man muss sich aber sicherlich sehr für Lynch interessieren, um auch diesen Teil seines künstlerischen Ausdrucks zu schätzen. Ein einfacher Film ist dies nicht, aber das gilt ja auch für David Lynchs Oeuvre.

Kritik: Peter Osteried

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