Das ist unser Land Filmkritik

Das ist unser Land

Das ist unser Land Kritik der neue Film von Lucas Belvaux mit Émilie Dequenne und André Dussollier

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„Das ist unser Land“: Ein wichtiger Film vor der Wahl

Ein Film wie Das ist unser Land ist gerade heute wichtiger und eindrucksvoller denn je, da er eindringlich zeigt, wie Menschen Opfer des Populismus werden und sich nur allzu leicht darauf einlassen können, während sie eigentlich anständig und engagiert sind. Doch dann verschwimmen die Grenzen.

Filmfoto: Das ist unser Land©Alamode Film - Fabien Arséguel e.K.Die Krankenpflegerin Pauline kümmert sich um ihren Vater, ihre Kinder und ihre Patienten. Sie ist hingebungs- und aufopferungsvoll. Das fällt auch dem Arzt Dr. Berthier auf, der für eine nationalistische Partei tätig ist und nach einer passenden Kandidatin für die Bürgermeisterwahl sucht. Er macht ihr schmackhaft, dass sie die ideale Kandidatin ist, dass sie als Bürgermeisterin dafür sorgen könnte, dass soziale Missstände verschwinden. Pauline lässt sich darauf ein und erhält die Unterstützung der Parteichefin Agnes Dorgelle, deren Vater als Alt-Nazi bekannt ist. Während Pauline eine Beziehung mit einem Neo-Nazi anfängt, merkt sie, wie ihre neue politische Agenda sie Familie und Freunden entfremdet, aber sie muss auch erkennen, in welch dreckiges Geschäft sie sich begeben hat.

Der Film des belgischen Regisseurs Lucas Belvaux nimmt natürlich deutliche Anleihen bei der französischen Politik-Landschaft und spielt auf den Front National, aber auch auf Marine Le Pen an. Die Figuren sind zwar fiktiv, die Hintergründe aber nur zu real. Erschreckend ist dabei der Blick in die Arbeitsmethoden rechtsextremer und rechtspopulistischer Parteien, die nach außen eine Fassade aufrechterhalten, sich aber eigentlich Techniken bedienen, die weit jenseits jeder Rechtsstaatlichkeit stehen.

Filmfoto: Das ist unser Land©Alamode Film - Fabien Arséguel e.K.Belvaux gestaltet seinen Film fast schon wie ein dokumentarisches Drama. Er zeigt auf, wie die Hauptfigur verführt wird, wie sie, die Tochter eines Kommunisten, zum anderen Ende des politischen Spektrums wechselt und ausblendet, was um sie herum passiert. Wer hinsehen will, der erkennt, was hier gespielt wird, aber Pauline verschließt die Augen. Vor der Partei, vor den Methoden der Partei, aber auch vor den Taten ihres Freundes.

Filmfoto: Das ist unser Land©Alamode Film - Fabien Arséguel e.K.DAS IST UNSER LAND ist ein so intelligenter wie beklemmender Film, weil er nüchtern und kühl seziert, wie rechtspopulistische Politik funktioniert, wie sie Strömungen und Stimmungen aufgreift und wie sie auf Anhänger wirkt. Eine besonders starke Szene ist die, als eine Freundin von Pauline die Werbeplakate abreißt, aber von einer Rotte Jugendlichen bedroht wird. Politik wie diese ermutigt den Sprung hin zu Gewalttätigkeit. Sie verroht und entmenschlicht.

Dies ist ein wichtiger Film, bei dem nur eines wirklich schade ist: Dass ihn sicherlich nicht diejenigen sehen werden, die ihn dringend sehen müssten.

Kritik: Peter Osteried

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