Alien: Covenant Filmkritik

Alien: Covenant Kritik der neue Film von Ridley Scott mit Katherine Waterston und Michael Fassbender

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„Alien: Covenant“: Solide, aber ohne Überraschungen

Fünf Jahre ist es her, seit Ridley Scott mit Prometheus – Dunkle Zeichen nicht nur die weit zurückliegende Vorgeschichte von Alien erzählen, sondern die Mythologie ausbauen wollte, indem er das Augenmerk auf die Engineers legte, die mit der Erschaffung der Xenomorphen zu tun haben. Das Ergebnis war jedoch durchwachsen und teilweise auch etwas wirr, ein Sequel wurde darum nicht direkt angegangen – und erlebte einige Permutationen. Das Ergebnis ist nun , der mehr mit Scotts erstem als mit seinem zweiten Film innerhalb dieser Reihe zu tun hat.

Filmfoto: Alien: Covenant©Twentieth Century Fox of Germany GmbHDas Kolonie-Schiff Covenant ist auf dem Weg zu einer weit entfernten Welt. Noch mehr als sieben Jahre sollen sich die Kolonisten und die Besatzung im Kälteschlaf befindet, während der Android Walter (Michael Fassbender) auf alles aufpasst. Doch dann passiert ein Unfall, weswegen die Crew geweckt werden muss. Während die Reparaturen noch laufen, wird ein Funkspruch von einem nahegelegenen, aber unbekannten Planeten empfangen. Captain Oram (Billy Crudup) beschließt, dass es sich lohnt, diese Welt etwas genauer anzusehen, denn unter Umständen könnte man auch hier eine Kolonie aufbauen und sich den weiteren Weg sparen. Doch dieser Traum zerplatzt schon kurz nach der Ankunft …

Es ist fast schon unzeremoniell, wie die Engineers hier mit einem einzigen Rückblick abgehakt werden. Das, was Prometheus am Ende noch versprach, wird hier nicht eingelöst, stattdessen wandelt man auf bekanntem Terrain. Das wiederum sorgt für soliden Sci-Fi-Horror, lässt aber auch etwas Substanz vermissen. Denn im Grunde geht es bei diesem Film um nichts. Er ist eigentlich nur das Mittelstück zu Scotts nächstem Ausflug in die Welt der Aliens, den er schon in 14 Monaten drehen will und der 2019 in die Kinos kommen soll.

Filmfoto: Alien: Covenant©Twentieth Century Fox of Germany GmbHSo konzentriert er sich hier auf die Hauptfigur seiner Prequel-Reihe: auf den Androiden David. Eine Sequenz am Anfang zeigt ihn mit seinem Schöpfer – sie spielt damit noch lange vor Prometheus. Essenziell ist sie nicht, aber sie soll wohl als Begründung für Davids Obsession herhalten. Immerhin stellte er sich schon früh die Frage nach Gott und der Schöpfung, und wie ein Schöpfer minderwertiger als seine Schöpfung sein kann. Das will David im Grunde umkehren, er will der Schöpfer werden, aber eine perfekte Spezies erschaffen. Das ist der Kern dieses Films, dessen größtes Alleinstellungsmerkmal sicherlich ist, dass er erklärt, wie die Xenomorphen entstanden sind, die man aus den chronologisch späteren Filmen kennt.

Der Crux eines Prequels folgend ist es aber doch so, dass das nicht so richtig interessant ist. Ihre bloße Existenz reicht schon, der Ausflug in das Gott-Thema, das Prometheus noch durchzogen hat, ist da deutlich faszinierender, spiegelt sich aber nur noch in David wider, dessen Verhaltensweise ihn von vornherein als Soziopathen auszeichnet. Fassbender spielt das immerhin gut, insbesondere die Interaktion mit sich selbst, weil es subtile Unterschiede zwischen den Androiden-Modellen David und Walter gibt.

Filmfoto: Alien: Covenant©Twentieth Century Fox of Germany GmbHGut gelungen an Alien: Covenant ist der anfangs langsame Aufbau, der an den 1979er-Film erinnert, inklusive einer bunten Schar an Figuren, die im Grunde bodenständige Arbeiter sind. Die besten Momente hat Scott jedoch nach der Landung auf dem Planeten zu bieten, weil er den Sci-Fi-Horror damit abseits von dunklen Gängen und düsteren Höhlen ansiedelt. Das ist visuell spannend und hebt sich wohltuend von den übrigen Teilen ab. Das Finale bietet dann aber doch wieder die gewohnte Alien-Hatz durch ein Raumschiff.

Alien: Covenant ist keine Offenbarung. Er hat zu wenig zu bieten. Vor allem auch: Zu wenig Neues zu bieten. Mehr als solide Genre-Kost ist das darum nicht, aber bei dem Thema und dem Regisseur ist das einfach nicht genug.

Kritik: Peter Osteried

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